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Neue Anlagen verstärken Klettwitzer Windpark

Spannender Moment: Der Montagekran hievt das Rotorblatt in 140 Meter Höhe, wo es am Maschinenhaus angebaut wird.
Spannender Moment: Der Montagekran hievt das Rotorblatt in 140 Meter Höhe, wo es am Maschinenhaus angebaut wird. FOTO: Konzag/Gemeinde Schipkau
Klettwitz. Schlagschrauber rattern, Kranmotoren sirren, dann ein Klacken: Langsam löst sich der Kranhaken und gibt damit das Rotorblatt frei, welches von nun an in rund 140 Metern Höhe an der Windenergieanlage befestigt ist. "Damit ist der letzte Rotor des aktuellen Bauabschnitts zur Süderweiterung des Windparks Klettwitz komplett", sagt Schipkaus Bauamtschef Martin Konzag. Jan Augustin

Ende April begann mittels Spezialkran die Montage der Anlagen, deren Spitze eine Höhe von knapp 200 Metern erreicht. Dem waren aufwendige Arbeiten zur Verdichtung der Hochkippe vorangegangen, welche durch den früheren Tagebau Klettwitz in den 1960er-Jahren aufgeschüttet wurde. Mitarbeiter mehrere Unternehmen waren hier mit der Rüttelstopfverdichtung, dem Fundamentbau und der Anlage von Wirtschaftswegen beschäftigt. Zeitweise waren mehr als 100 Bauarbeiter auf der Baustelle unterwegs. "Die Arbeiten hatten es diesmal in sich", berichtet Bauherr Ralf Heinen von Ventotec. "Wir hatten es erst mit langem Frost, dann üppigen Niederschlägen und später dann böigem Wind zu tun." Die Herausforderungen wurden aber gemeistert, auch wenn es zu kurzen Verzögerungen im Bauablauf kam. Zeitgleich wurde ein rund fünf Kilometer langes Kabel von der Hochkippe quer durch Schipkau bis zur ehemaligen Krügersmühle verlegt, wo ein völlig neues Umspannwerk entstand. Dort sollen die rund 43 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, mit denen der Bauherr rechnet, in das Netz eingespeist werden.

Zum Abschluss des aktuellen Bauabschnitts zog der Bauherr eine positive Bilanz: "Erneut hat sich die herausragende Zusammenarbeit mit allen Institutionen, vor allem dem Landrat und der Gemeinde Schipkau, als Lösung für nicht vorhersehbare Umstände bewiesen." Landkreis und Gemeinde hätten in "sensationell schneller Zeit" den Bau des Umspannwerks ermöglicht und damit zum Gelingen des Projekts beigetragen. Auch Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) lobt die Zusammenarbeit: "Ventotec erfüllte uns gegenüber während der Bauphase alle Zusagen und erwies sich damit erneut als stabiler Partner für die Millioneninvestition in die Nutzung erneuerbarer Energien." Ventotec verpflichtete sich zu einer schonenden Baustellenlogistik. Spezielle Festlegungen gab es zuvor schon zu Schallausbreitung und Schattenwurf, die in die Baugenehmigung einflossen. Weitere Ausgleichsmaßnahmen werden im Gemeindegebiet erledigt.

Das mittelständische Unternehmen Ventotec aus dem niedersächsischen Leer nutzt seit Mitte der 90er-Jahre die besonders windhöffige Hochkippe, errichtete hier und in Kostebrau zunächst 44 kleinere Anlagen und trug so zur Ansiedlung des Anlagenherstellers Vestas in Lauchhammer bei. Nach Modernisierung und Erweiterung sind aktuell 53 Anlagen im Windpark in Betrieb und machen den Standort zu einem der leistungsstärksten in Europa. Ventotec plant, den Windpark mittelfristig zu erweitern. "Wie dies konkret aussehen wird, hängt allerdings stark von der Gesetzgebung ab", so Heinen.