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| 12:15 Uhr

Sanierungsstau in der Schwimmhalle
Neubau des Senftenberger Erlebnisbades im Gespräch

Das Senftenberger Erlebnisbad macht einen noch sehr guten Eindruck. Trotzdem: Das vor über 20 Jahren grundsanierte Haus muss dringend überholt werden.
Das Senftenberger Erlebnisbad macht einen noch sehr guten Eindruck. Trotzdem: Das vor über 20 Jahren grundsanierte Haus muss dringend überholt werden. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Die Schwimmhallen-Technik ist in die Jahre gekommen. Neben einer Sanierung steht nun auch der Neubau im Raum. Von Jan Augustin

Rein äußerlich macht das Senftenberger Erlebnisbad noch einen sehr guten Eindruck. Das Gebäude sieht architektonisch modern aus, die Rasenflächen sind gepflegt und das beheizte Außenbecken ist beliebt. Doch hinter der schicken Fassade bröckelt es. Vor allem die Technik des Hauses macht der Stadt Senftenberg als Eigentümerin zu schaffen. Vor gut 20 Jahren ist das 1970 gebaute Erlebnisbad das letzte Mal gründlich saniert worden. Etwa sechs Millionen Euro wurden verbaut. Doch die Technik sei nun in die Jahre gekommen. „Die Anlagen funktionieren, sind aber alt. Sie müssen in den nächsten Jahren ersetzt werden“, hat Senftenbergs 1. Beigeordnete Teresa Stein jetzt klargestellt. Derzeit untersuchen zwei Planungsbüros das Bad. Außerdem hat die Verwaltung eine Arbeitsgruppe „Sanierung Erlebnisbad“ gebildet, die mehrere Varianten entwickelt hat und offenbar auch über einen Neubau nachdenkt. „Der Vorschlag ist so gefallen“, bestätigt Teresa Stein. Egal aber, welche Variante zum Tragen kommt, die Stadt muss für eine Komplettsanierung viel Geld in die Hand nehmen. Allein für die Planung sind für dieses Jahr etwa 100 000 Euro eingerechnet. Bis September will die Verwaltung einen Grundsatzbeschluss vorbereiten und dann der Ratsrunde zur Abstimmung vorlegen.

Für das Stadtsäckel ist das Erlebnisbad eine erhebliche Belastung. In den vergangenen vier Jahren musste die Stadt durchschnittlich 540 000 Euro zuschießen. Tendenz steigend. Die erzielten Erträge von rund 311 000 Euro reichen einfach nicht aus, um die Aufwendungen in Höhe von 851 000 Euro zu kompensieren. Auch die 2015 eingeführte neue Entgeltordnung kann das Defizit bei Weitem nicht ausgleichen. Mit vier Euro für anderthalb Stunden Schwimmen ist das Senftenberger Bad vergleichsweise günstig.

Am stärksten ins Kontor schlagen die Personalkosten mit fast der Hälfte der Gesamtaufwendungen. Elf Mitarbeiter sind im Bad angestellt. Strom, Wärme und Wasser fressen eine Menge Geld. Dazu kommen Kosten für die Unterhaltung und Bewirtschaftung.

Im Schnitt nutzen 90 000 Besucher die Angebote der Senftenberger Schwimmhalle pro Jahr. Sie planschen im Erlebnisbecken mit 50-Meter-Rutsche und Wasserattraktionen, kraulen im 25-Meter-Sportbecken, nutzen das Kleinkinderbecken oder das beheizte Außenbecken. Wer will, kann sich im Solarium bräunen oder die Sauna im Sakura-Fitnessstudio nutzen.