Im Senftenberger Revier war und ist Karl-Heinz Meinert einer der Akteure, die ehemals im aktiven Bergbau gewirkt haben. Heute engagiert sich der Senftenberger für die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaften. Sein Wissen und seine Erfahrungen über viele Jahrzehnte bringt der Senior in die Arbeit des Regionalverbandes Senftenberg des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) ein.

So war es auch bei einer Exkursion, die Anfang April von Kleinkoschen bis zum Rostigen Nagel am Sedlitzer See führte. Auf einer 250 Hektar großen Kippenfläche nahe der Ortslage war Karl-Heinz Meinert einst als Steiger unter Tage für die Entwässerung des Kohleflözes verantwortlich. Er weiß auch um den erheblichen Aufwand der nach dem Bergbau notwendig war, um fruchtbare Ackerböden zu schaffen. Warum auf dieser großen Fläche indes keine Schutzstreifen angelegt wurden, konnten sich die Exkursionsteilnehmer nicht erklären. Ungünstig auf die Bewirtschaftung hat sich der ständige Wechsel der Nutzer auf dieser Fläche ausgewirkt, lautet die Einschätzung von Meinert.

Am Feldrand an den Kippenflächen, auf denen ein Betretungsverbot besteht, entdeckte Naturschützer Jens Domann aus Brieske sich sonnende Zauneidechsen. Die erwarteten Feldlerchen waren an diesem Tage jedoch nicht zu hören. Dafür wurden aber am Altarm der Sornoer Elster Rotkehlchen und Baumpieper am Gesang durch Günter Walczak aus Großräschen erkannt. Auch Zitronenfalter waren auf Hochzeitsflug zu beobachten.

Die Naturschützer folgten an diesem Frühlingstag dem Touristenstrom bis zum Rostigen Nagel am Sedlitzer See. Dort erklärte Meinert, wie es in diesem Bereich mit der Flutung weiter gehen wird. Das noch vorhandene Gefälle von acht Metern am Sornoer Wehr zum Sedlitzer See wird in den nächsten Jahren abgebaut.

Der Rostige Nagel selbst erweckt bei den Naturschützern aufgrund der dort lebenden und brütenden Mehlschwalben Aufmerksamkeit. Immer wieder äußern Besucher den Wunsch, Informationen über die kleinen Flieger zu bekommen. Dazu werden sich die Senftenberger Naturschützer mit dem Zweckverband Lausizter Seenland Brandenburg verständigen und entsprechende Tafeln aufstellen. Die vor zwei Jahren mit hohem Aufwand angebrachten Kotbleche haben sich indes bewährt. Dafür sollte es anno 2019 die Plakette „Schwalben willkommen“ geben. Die Glücksbringer werden, so hofften die Exkursionsteilnehmer in den nächsten Tagen bis etwa Mitte April einfliegen.

Mit nun aktuell 912 Mitgliedern ist der Regionalverband des Naturschutzbundes Senftenberg (Territorium Altkreis Senftenberg) in der Lage, die vielfältigen Aufgaben zu anzugehen, schätzt der Vorsitzende Karl-Heinz Marschka ein. Zur Mitgliederversammlung waren allerdings nur 30 Mitglieder gekommen.