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| 16:56 Uhr

Naturschützer warnen vor schleichendem ökologischen Sterben

Werchow. Das Thema "Verockerung" hat zu den Themenschwerpunkten der Mitgliederversammlung des Nabu-Regionalverbandes Calau gezählt. Wie die Naturschützer bei ihrem Treffen am Wochenende in der Stegschänke Werchow zusammenfassten, bereiten ihnen neben der braunen Spree noch weitere Gewässer Kopfzerbrechen. U. Hegewald

"Wir sind Eigentümer der Skeinzteiche (bei Altdöbern) und der Reptener Teiche (Vetschau) und dadurch selbst von den Problemen betroffen", sagte Vereinschef Jürgen Jentsch. Mit Winfried Böhmer habe man jedoch einen Aktivposten im Aktionsbündnis "Klare Spree", der die Interessen des Nabu-Regionalverbandes auch mit aller Deutlichkeit vertritt. In seinem Bild- und Tonvortrag warnte dieser vor einem "schleichenden ökologischen Sterben in belasteten Gewässern". Absolut kein Verständnis zeigt Böhmer für das oftmals schleppende Operieren der Entscheidungsträger. "Von zehn vorgestellten Maßnahmen im Südraum der Spree ist bisher kein Einziges umgesetzt", nannte er ein Beispiel. 2000 Tonnen Eisen würden jährlich in die Talsperre Spremberg gespült. Es bleibe zu klären, wie der Eisengehalt beherrscht werde und wann es gelingt, Forderungen in Richtung Sachsen zu tragen.

Der Bergbausanierer LMBV favorisiere Absatzbecken für Eisenocker in Seen, sprach Böhmer ein weiteres Thema an. So würde die LMBV eine Eisenockereinleitung in den Gräbendorfer See (OSL) und in den Stoßdorfer See (LDS) favorisieren. Beim Aktionsbündnis stoßen diese Vorhaben auf Widerstand. "Wir haben bereits Protest angekündigt", so Böhmer. Am Schlabendorfer See zeige sich, mit welchen Problemen ein geschundener See zu kämpfen habe. Die Wasserqualität sei jenseits von Gut und Böse. Aufgrund der Aggressivität musste bereits das Bekalkungsschiff überholt werden. Seit März ist es nun wieder im Einsatz.

Für den Schlabendorfer See zeichnete Böhmer ein düsteres Bild: Eine Verbesserung der Wasserqualität werde womöglich noch Jahre in Anspruch nehmen. Als einen Teilerfolg würden es die Naturschützer bereits werten, zumindest am Auslauf vernünftige Verhältnisse verzeichnen zu können. Böhmer warb für frühzeitiges und flächendeckendes Handeln. "Wir müssen auch über Quellbehandlungen nachdenken, um die Belastungen bereits vor den Grubenwasserreinigungsanlagen zu minimieren."