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Naturschützer präsentieren das Lausitzer Wetter

Der Lindenauer Hobbymeteorologe Rudolf Kupfer präsentiert seine "Schneewalzen"-Aufnahme.
Der Lindenauer Hobbymeteorologe Rudolf Kupfer präsentiert seine "Schneewalzen"-Aufnahme. FOTO: trt1
Senftenberg. "Lausitzer Wetter in Bildern" lautet der Titel einer neuen Ausstellung im Senftenberger Umweltbildungszentrum am Tierpark. Etwa 20 Fotos von Hobbyfotografen zeigen die Vielfalt der heimischen Natur. Manche Aufnahmen besitzen Seltenheitswert. Torsten Richter-Zippack

Diesen Wintertag im Jahr 2004 dürfte der Lindenauer Hobbymeteorologe Rudolf Kupfer wohl sein Leben lang nicht vergessen. "Mit meinem damaligen Kollegen Jürgen Jentsch vom Landratsamt bin ich zu einem Feld bei Calau gefahren. Dort lagen lauter Schneewalzen. So etwas hatte ich nie zuvor gesehen", erinnert sich der Hobbyfotograf. Er griff gleich zur Kamera und hielt die Szene im Bild fest, mit Naturschützer Jentsch an der Schneewalze. "Als Größenvergleich", wie Kupfer sagt. Denn die eigenartigen Gebilde seien bis zu einem Meter lang gewesen und einen halben Meter hoch. Wie genau die weißen Walzen entstanden, darüber könne er nur spekulieren, so Kupfer. "An diesem Tag scheint alles gepasst zu haben: Sturm, Schnee, die Geländetopografie und Temperaturen um den Gefrierpunkt." Das entstandene Bild trägt den Untertitel "Vom Winde geweht". Es ist im Ausstellungsraum des Nabu-Regionalverbandes Senftenberg zu sehen.

Dort spiegeln etwa 20 weitere Fotos die Bandbreite des Lausitzer Wetters. Das Repertoire reicht von beeindruckenden Gewitterwolken über Allmosen der Fotografin Corinna Jelinik über einen scheinbar grünen Teich im Kromlauer Park, eine Aufnahme der Senftenbergerin Sabine Petermann, bis zu eisigen "Diamanten" auf dem gefrorenen Senftenberger See.

Bei manchen Bildern lohnt zweimaliges Hinschauen. Denn teilweise wird der Eindruck erweckt, es handele sich um weit entfernte Regionen. Beispielsweise das Motiv des Großräscheners Rüdiger Kaminski von der Flutung des ehemaligen Tagebaus Greifenhain. "Man könnte auf den ersten Blick denken, es handelt sich um den Ayers-Rock-Felsen in Australien", sagt Karl-Heinz Marschka, neuer Vorsitzender des Nabu-Regionalverbandes Senftenberg. Tatsächlich sei es der im Wachsen begriffenen Altdöberner See vor einer imposanten Kippenkulisse.

Alle Aufnahmen seien in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten entstanden. Es seien ausnahmslos Bilder ausgewählt worden, die bei den Fotowettbewerben des Nabu und der örtlichen Hobbymeteorologen Preise abgeräumt hatten. Beide Gremien arbeiten bereits seit vielen Jahren Hand in Hand. "Ich verweise nur auf das Stichwort Klimaveränderung", sagt Marschka.

Die Ausstellung ist bis Ende Juni im Senftenberger Umweltbildungszentrum zu sehen; im April dienstags und donnerstags von 9 bis 17 Uhr, ab Mai täglich durch den benachbarten Tierpark-Eingang zugänglich. Indes läuft Nabu-Angaben zufolge bereits der nächste Fotowettbewerb. Wer daran teilnehmen möchte, könne sich direkt an die örtlichen Naturschützer wenden ( www.nabu-senftenberg.de ).