Lauchhammer war gestern, demnächst heißt es offiziell Kunstguss-Stadt Lauchhammer. Die Stadtverordneten haben dem Namenszusatz einstimmig ihren Segen erteilt. Das entsprechende Konzept soll bis Ende Oktober erarbeitet werden. „Unseren Einwohnern sowie der weiteren regionalen Bevölkerung, ebenso Gästen und Touristen, bietet sich dadurch ein einmaliger und anschaulicher Zugang zur industriellen und kulturellen Geschichte der Niederlausitz“, begründet Stadtsprecher Heiko Jahn. Zudem hat Lauchhammer mit dem Kunstgussmuseum und der Kunstgießerei zwei lebendige Zweitzeugen einer langen Epoche der regionalen Wirtschaftsgeschichte.
Lauchhammer blickt auf eine fast 300-jährige Industriegeschichte zurück. Die Freifrau von Löwendal legte den Grundstein für die Eisenverhüttung. Der erste Hochofen wurde anno 1725 angeblasen. Ihr Universalerbe, Graf von Einsiedel, begründete den Eisenkunstguss. Sein besonderes Interesse galt der Nachbildung antiker Skulpturen in Eisen, was zum ersten Mal im Jahr 1784 gelang. Ab 1838 kam Bronze hinzu. Ab dieser Zeit wurde Kunstguss aus Lauchhammer immer gefragter. Die damalige Industriegemeinde wurde weltbekannt, lieferte Großplastiken von herausragender Qualität, die überall geschätzt wurden und auf Weltausstellungen Preise errangen.
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