Senftenberg. Vier Abgeordnete der Senftenberger Ratsrunde geben den Anstoß für eine neue Adresse in der Stadt: Das Herzstück der historischen Ortsmitte von Jüttendorf, das heute ein Teil der Hauptverkehrsader Ernst-Thälmann-Straße zur Stadtmitte ist, soll den Straßennamen "Am Jüttendorfer Anger" erhalten.

Dafür machen sich Fred Frahnow (fraktionslos/Stimme freier Bürger), Kerstin Weidner (fraktionslos/Aktionsgruppe gegen soziales Unrecht Senftenberg), Hans-Peter Rößiger und Christina Nicklisch (Unabhängige Wählergruppe Senftenberg) stark.

Die Resonanz der Anwohner auf eine Befragung der Wählergruppe Stimme freier Bürger (SFB) ist zwar verhalten gewesen. Auch halten sich Befürworter und Gegner des Vorschlages etwa die Waage. Initiator Fred Frahnow glaubt jedoch fest daran, dass berechtigte Bedenken - beispielsweise von Geschäftsleuten und Unternehmern - durch einen größeren Zeithorizont ausgeräumt werden könnten. "Die Namensänderung für die Straße soll nicht zwingend zum Termin der Fertigstellung der Baustelle in Kraft gesetzt werden", erklärt der Abgeordnete. Die Anwohner sollten nicht gedrängt werden, Briefbögen oder Firmenstempel kurzfristig umstellen zu müssen. Für Herbergen und Gaststätten sei die Adresse, die den Namen Jüttendorfer Anger beinhalte, schöner und auch praktikabler als Ernst-Thälmann-Straße. Das, so Fred Frahnow, sei zudem völlig unpolitisch zu werten und ziele keinesweg darauf ab, unbedingt den Arbeiterführer vom Straßenschild entfernen zu wollen. Aber es gebe in Brieske eine zweite Thälmannstraße, und der eingemeindete Ortsteil trage dieselbe Postleitzahl wie Senftenberg. Mit der Umbenennung in Straße "Am Jüttendorfer Anger" könne die Stadt dem historischen Vorort mit den schmuck hergerichteten alten Bürgerhäusern eine Referenz erweisen und ein Adress-Problem leicht lösen. Das letzte Wort aber hat die Ratsrunde.