| 02:47 Uhr

Einzelhandel
Nächster Stopp: Supermarkt

Das Rote Kreuz holt in Lauchhammer betagte Kunden an der Haustür ab und bringt sie mit ihrem Einkauf wieder sicher bis nach Hause.
Das Rote Kreuz holt in Lauchhammer betagte Kunden an der Haustür ab und bringt sie mit ihrem Einkauf wieder sicher bis nach Hause. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Lauchhammer. Die schweren Einkäufe vom Supermarkt nach Hause zu tragen, kann für Senioren oder Menschen mit Handicap schnell zur Herausforderung werden. Damit sie sich trotzdem selbstbestimmt versorgen können, bietet der Marktkauf in Lauchhammer seit einiger Zeit einen Bring- und Hohldienst an. Mirko Sattler

Immer dienstags und freitags kann dieser Service in Anspruch genommen werden. Vor fünf Jahren ging der Einkaufsmarkt Marktkauf in Lauchhammer dafür eine Partnerschaft mit dem Deutschen Roten Kreuz ein. Mit Erfolg. "War der Zuspruch anfangs noch etwas verhalten, so zählen wir heute bis zu 50 Kunden, die diesen Service nutzen", weiß Marktkaufleiter Mirko Buhr.

Damit leistet das Unternehmen einen weiteren Dienst am Kunden. Dieser zielt insbesondere auf das generationenfreundliche Einkaufen ab. Rund 80 Prozent der Kunden, die diesen Fahrservice nutzen, kommen aus Lauchhammer. Weitere Anfragen stammen aus der näheren Umgebung. "Der Fahrdienst wird im Umkreis von bis zu 20 Kilometern angeboten. Und so nutzen ihn sogar jene, die sich zum Beispiel in Wormlage zu einer Fahrgemeinschaft zusammenschließen", so Buhr weiter. Angst braucht dabei niemand zu haben, dass dafür eine Rechnung ins Haus flattert. Die Kosten werden vom Einkaufsmarkt übernommen.

Mirko Buhr hat durch diesen Service schon einiges erlebt - auch Geschichten, die ihn berührt haben. So bedankte sich beispielsweise eine Frau bei ihm und lobte den Service. Früher ist sie immer mit ihrem Mann nach Lauchhammer in den Marktkauf gefahren. Als ihr Mann verstorben war, wusste sie nicht weiter. Abhilfe habe der angebotene Fahrdienst geschaffen.

Am Dienstagvormittag muss DRK-Fahrer Joachim Bartsch sogar zwei Mal ran, um die angemeldeten Fahrten zu erledigen. Im Monat kommen so bis zu 52 Fahrten zusammen.

Ein paar Jahre nutzt auch Gertrud Handrack bereits diesen Service. "Das ist richtig toll, was der Marktkauf hier anbietet. Ich bin sehr zufrieden. Es fahren nicht immer dieselben mit", sagt die 78-jährige Grünewalderin, die Punkt 9.30 Uhr vor der Tür steht.

Ab und an nutzt auch Brigitte Hopisch den Fahrdienst. Sie wohnt in Lauchhammer-Mitte und hat Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür. Trotzdem ist auch sie von dem Service überzeugt. "Wenn ich etwas Besonderes benötige, rufe ich den Fahrdienst. Das ist sehr bequem. Früher bin ich auch mit der Stadtlinie gefahren, aber mit meinem Rollator ist das nicht so gut", sagt die 83-Jährige.

Günther Herrmann geht noch einen Schritt weiter. Er lobt neben dem DRK-Fahrdienst auch die Verkäuferinnen im Markt. "Ich sehe mit meinen Augen nur noch sehr wenig. Deshalb bin ich froh, dass mir die Verkäuferinnen beim Einkaufen behilflich sind", meint der 84-Jährige aus der Wohnstadt III. Dass ihm so geholfen wird, ist für ihn eine enorme Erleichterung.

Nach der verabredeten Zeit, meistens zwischen anderthalb und zwei Stunden, stehen die Senioren wieder vor dem Markt und warten auf ihr "Taxi". Mit acht Leuten und vollen Tüten setzt sich der weiße Transporter dann wieder in Bewegung. Dort, wo die Senioren abgeholt wurden, werden sie auch wieder abgesetzt. Meistens ist das vor ihrer eigenen Haustür. "Wer es wünscht, dem wird der Einkauf auch bis zum Kühlschrank getragen. Darüber sind unsere Kunden sehr froh", sagt DRK-Fahrer Joachim Bartsch.

Der Marktkauf in Lauchhammer ist für diesen Service und weitere Angebote bereits zum zweiten Mal als generationenfreundlicher Markt vom Handelsverbund anerkannt worden. 100 Kriterien müssen erfüllt sein, um diese Auszeichnung zu erhalten. So sind größere Umkleidekabinen, ein rutschfester Bodenbelag oder niedrigere Regale gefordert.

Anmelden können sich Interessierte telefonisch unter 03573 2581.

Zum Thema:
Am kommenden Samstag lesen Sie, welche besonderen Gastro- und Serviceangebote über das Jahr verteilt mehr Gäste in die Einkaufsstraßen ziehen sollen.