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Nächster Neustart in Drochow

Aufräumen für einen Neustart: Gisbert Burdack und Angela Brühl wollen den Landhof in Drochow wieder mehr beleben.
Aufräumen für einen Neustart: Gisbert Burdack und Angela Brühl wollen den Landhof in Drochow wieder mehr beleben. FOTO: Jan Augustin
Drochow. Der Landhof in der Gemeinde Schipkau, unweit der Autobahn 13, hat sich von seinem Pächter getrennt. Nun soll ein nächster Neustart das beliebte Ausflugsziel retten. Jan Augustin

Seit März steht der einst mit vielen Steuertalern aufgebaute Landhof in Drochow wieder ohne Pächter da. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen sei eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich gewesen, sagt Gisbert Burdack. Der 60-Jährige ist der Onkel des Eigentümers André Burdack, der den Landhof vor vier Jahren gekauft hatte. Nun will Gisbert Burdack einen weiteren Neuanfang wagen - ehrenamtlich und mit Enthusiasmus. Gemeinsam mit Angela Brühl aus dem Ort managt der pensionierte Pädagoge aus Gollmitz das Vorhaben.

Auf drei Standbeinen soll der Hof endlich auf festem Boden stehen. Weiter angeboten werden soll der im Sommer gut laufende Ferienlagerbetrieb, die einfache, aber preiswerte Herberge mit 34 Betten und die Möglichkeit, den 60 Menschen fassenden Saal des ehemaligen Stallgebäudes für Familienfeiern anzumieten. Neu hinzukommen soll ein Landhof-Imbiss, an dem sich Radtouristen stärken können. Gisbert Burdack will zudem eine Streuobstwiese mit alten Apfelsorten anlegen.

Noch befinde sich das Projekt in der Anfangsphase. Ab 2018 soll das neue Konzept aber umgesetzt sein, hofft der Gollmitzer. "Wir versuchen es nochmals, das neu aufzuziehen", sagt er optimistisch. Sollte das Vorhaben scheitern, schließen die Tore wohl aber. Dem Gerücht, dass der Betrieb jetzt schon eingestellt sei, widerspricht Gisbert Burdack jedoch.

"Es wäre wirklich schade, wenn das Objekt schließen würde", findet auch Angela Brühl. Die 58-Jährige feierte selbst etliche Jubiläen dort und kennt die Anlage aus dem Effeff. Zu DDR-Zeiten war auf dem Gelände eine Schweinemastanlage der LPG untergebracht. "Nach der Wende lag alles brach", erinnert sich Angela Brühl. Bis 1996.

Mit 57 geförderten Arbeitskräften war der Landhof Drochow damals an den Start gegangen. Insgesamt flossen eine Million D-Mark aus öffentlichen Töpfen bis 1999 in die Anlage. Zum Hof haben acht Zimmer mit 34 Betten, Zeltplätze, die Landbäckerei, ein Streichelzoo, ein Grillplatz sowie Räume für Feierlichkeiten und Tagungen gehört. Der Arbeitslosenverband Brandenburg als Eigentümer hatte den Hof aber im Jahr 2012 dichtgemacht und an den Berliner Unternehmer André Burdack verkauft.

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Der Landhof Drochow öffnet nicht, wie angekündigt, seine Tore für die Brandenburger Landpartie an diesem Wochenende. Die Pläne des ehemaligen Pächters waren von den Veranstaltern noch nicht korrigiert worden und rutschten so irrtümlicherweise in den Presseverteiler, erklärt Gisbert Burdack vom Landhof. Statt der Landpartie soll es aber am 15. Juli ein Sommerfest mit Kulturverein und Musikschülern auf dem Hof geben. Geplant sind mehrere Angebote für Kinder wie Hüpfburg, Basteln, Schminken und kreative Arbeit. Am Abend soll ab 18 Uhr der Tanz in die Sommernacht im Festzelt stattfinden.