ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:45 Uhr

Nachwuchs beeindruckt Juroren tief

Die Band Diva der Musikschule Oberspreewald-Lausitz hat es in den Landeswettbewerb geschafft.
Die Band Diva der Musikschule Oberspreewald-Lausitz hat es in den Landeswettbewerb geschafft. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Mit 375 motivierten jungen Musikern hat der Regionalwettbewerb "Jugend musiziert", der am Wochenende für Südbrandenburg an acht Spielstätten in Senftenberg ausgetragen wurde, einen neuen Teilnehmerrekord verzeichnet. Noch beeindruckender sind die Leistungen der Nachwuchskünstler selbst gewesen – von den Klassikern bis zur neuen Musik. Kathleen Weser

Das Konservatorium Cottbus ist der Abräumer der meisten Preise und Delegierungen im regionalen Vorausscheid Süd zum Landeswettbewerb "Jugend musiziert", für den Cottbus im März auch Gastgeber ist. Gabriel Zinke, der Schulleiter und Vorsitzender des Brandenburger Landesausschusses für den Wettbewerb ist, räumt nach der letzten festlichen und emotionalen Abschlussveranstaltung in der Briesker "Kaiserkrone" sichtlich zufrieden ein: "Ja, wir sind erfolgsverwöhnt. Das Konservatorium hat auch hervorragende Bedingungen." Noch fast im selben Atemzug lobt er aber ebenso begeistert die Leistungen des künstlerischen Nachwuchses aus der ganzen Region in dem frisch beendeten Wettbewerb. An der Förderung für die Musikschulen wird in Brandenburg derzeit geschraubt. Gabriel Zinke hofft vor allem, dass die öffentliche Hand stabil höher als bisher finanziert, um die Breite der Ausbildung in der Fläche des Landes in der hohen Qualität weiter garantieren zu können. Weit über den zählbaren Lohn der Mühen hinaus motivierte angestellte und auf Honorarbasis unterrichtende Lehrer sorgten derzeit dafür. Vor allem für die aufwendige Arbeit mit den Ensembles sei die solide finanzielle Basis eine Grundvoraussetzung für weiteren Erfolg.

Die Früchte des eigenen und Fleißes der Lehrer ernten auch Martha Schützka, Juliette Maulbrich, Hannah Skaletz und Anna Gümbel. Stolz kommt das Violoncello-Quartett nach dem Wettbewerbsvortrag aus dem Großen Ratssaal des Senftenberger Rathauses. "Wir sind sehr zufrieden", bestätigen die vier jungen Damen im Alter zwischen elf und 16 Jahren. Gut ein halbes Jahr lang musizieren sie gemeinsam. Die Jüngste wird von dem Instrument, das sie bereits hervorragend beherrscht, in der Größe noch deutlich überragt. Und die Juroren sind des Lobes voll für die Schüler des Konservatoriums. Das Zusammenspiel wird als ausgezeichnet bewertet. Die Musiker haben die Töne schön ausgespielt, sich vor allem gegenseitig unterstützt und damit zur Höchstleistung gebracht. Die professionelle, auch zurückgenommene Begleitung des jeweiligen Künstlers, der das musikalische Thema des Stückes vorgetragen hat, durch die Gruppe hat die Juroren besonders beeindruckt. Als "absoluter Genuss" wird der Vortrag verbal bewertet. Und die Mädchen erringen in Punkten das höchst mögliche Ergebnis bei den Streicher-Ensembles und werden in wenigen Wochen auf eigener Bühne um die Fahrkarte zum Bundesausscheid ringen.

Wie immer "total aufgeregt" ist Max Hänsel in den Wettbewerb gegangen. "Ich hatte das Gefühl, 20 Punkte erreicht zu haben", erzählt er nach dem deutlich besseren Urteil der Jury. Gemeinsam mit seiner musikalischen Partnerin Tabea Papritz hat es das Violinen-Duo mit drei satten Zählern mehr in die nächste Runde geschafft. "Jetzt habe ich harte Übungswochen vor mir, um beim Landeswettbewerb eine gute Leistung zu bringen", sagt der Senftenberger Gymnasiast sichtlich glücklich über den unerwarteten Erfolg, aber auch selbstkritisch zum eigenen Vortrag.

Ullrich Stein, der Leiter der Musikschule Oberspreewald-Lausitz, zeigt sich erleichtert über den reibungslosen Ablauf des Wettbewerbes an acht einmaligen Spielstätten - vom Theater Neue Bühne unterstützt von professionellen Ton- und Lichttechnikern über den modernen Ratssaal mit einer guten Akustik bis zur Wendischen Kirche. "Man kann natürlich auch Schulräume schön ausgestalten. Aber ein besonderes Ambiente motiviert doch besser zu künstlerischen Höchstleistungen, die wir hier erleben durften", sagt er.

Siege und Platzierungen

Akkordeon

1. Preis für Jonas und Tiffany Schultchen (23 Punkte/Landeswettbewerb);
Bands (Rock/Pop) - 1. Preis mit Delegierung zum Landeswettbewerb Green Forest (25?Punkte) mit Kristina Schmidt (Gesang/Blockflöte), Jacob Herz (E-Gitarre), Michael Schultz (E-Bass), Jona Schurig (Klavier) und Richard Schmidt (Schlagwerk); Diva (24) Sarah Gruca (Gesang), Nadine Sachse (Gesang), Michael Schultz (E-Bass), Toni Hannak (Drums), Robert Wällnitz (Piano/Keyboard) und Christian Wehnert (Gast/Gesang/Saxophon); Starkstrom Kids (23) Michelle Werban (E-Bass), Kevin Sickert (Drum-Set), Friedericke Hoffmann (Gesang), Niklas Fünfstück (E-Gitarre), Seraphien Böhme (Querflöte/Gesang), Jakob Zöllner (Keyboard) und Luca Krahl (E-Gitarre)

Bläserensemble (Holzbläser)

1. Preis (21) für Aaaron Lein, Lea Dalichau, Hanna Kokot und Sofie Seeling (Klarinette Quartett); 2. Preis (19) für Celena Aurelin Wilczek, Nina Schiemangk und Josephine Lieber (Querflöte)

Drum Set

1. Preis (24 Punkte) für Jonas Engel, Richard Schmidt (24 Punkte/Landeswettbewerb), Tobias Hollick (21) und Jonathan Herz (21), 2. Preise für Maximilian Matern (20), Luka Mende (20), Felix Noack (20), Caspar-Emanuel George (20) und Fabian Gaertner (19)

Gitarre

1. Preis und Delegierung zum Landeswettbewerb für Jacob Herz (24) begleitet von Jona Schurig am Klavier (23)

Klavier

1. Preise Armando Meschkat (24/Landeswettbewerb), Linn Beyer (23/Landeswettbewerb), 2. Preise für Fiona Misera (20), Hannes Schulze (20), Emily Bochon (20), Michael Macak (19), Elisabeth Markowski (19), Hannah Lein (18) und Luisa Lengstorff Wienzek (17), 3. Preise für Bruno Gärtner (16), Friedericke Hoffmann (16), Max Albert Litta (16), Sofie Seelig (16), Marcel Bergmann (16) und Max Schwarzenau (13)

Neue Musik

1. Preis und Delegierung zum Landeswettbewerb (24 Punkte) für Richard Schmidt und Nils Ertle, Finn Jäpel, Florian Bergener (alle Schlagwerk) und Jannik Kloditz (Drum Set)

Streicher-Ensemble

1. Preise (24/Landeswettbewerb) für Vanessa Anh Pham (Violine) und Hannah Ellerfeld (Viola) sowie Tabea Papritz und Max Hänsel (Violine 23/Landeswettbewerb); 2. Preise für Alissa Jolie Friedrich und Rahel Pätzold (Violine/20), Freyja Kurzweg und Anna Sophie Irrgang (Cello/20), Jula Nele Lehmann und Rebecca Irrgang (Violoncello/18).

Zum Thema:
Premiere hat bei "Jugend musiziert" in Berlin und Brandenburg in diesem Jahr der Vergleich der Bands, der in der nächsten Runde im März in Berlin ausgetragen wird. Bisher sind im Rhythmus von drei Jahren im Wettbewerb abwechselnd lediglich die Besten der Kategorien Gesang, E-Gitarre und Bass ermittelt worden. Die beiden Landesvorstände hoffen, die Bands auch auf Bundesebene zu heben.