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| 17:06 Uhr

Kirchenjubiläum
Nachdenken über Kirche im Dorf in der Gegenwart

Eine Parkfestlinde wurde zum 350.Geburtstag der Heilandskirche im Pfarrgarten von Lindenau gepflanzt, traditionsgemäß mit den im letzten Jahr geborenen Kindern des Ortes. Bürgermeister Jürgen Bruntsch, Amtsdirektor Kersten Sickert, Lindenprinzessin Helene Günther und viele Bürger waren dabei.
Eine Parkfestlinde wurde zum 350.Geburtstag der Heilandskirche im Pfarrgarten von Lindenau gepflanzt, traditionsgemäß mit den im letzten Jahr geborenen Kindern des Ortes. Bürgermeister Jürgen Bruntsch, Amtsdirektor Kersten Sickert, Lindenprinzessin Helene Günther und viele Bürger waren dabei. FOTO: Renate Kupfer
Lindenau. Heilandskirche Lindenau feiert 350-jähriges Bestehen.

Andre Bischof hat als Sechsjähriger an der 300-Jahr-Feier der Lindenauer Heilandskirche teilgenommen. Und weil diese den jetzigen Senftenberger stark beeindruckt hatte, war der inzwischen 56-Jährige auch bei der jetzigen 350-Jahr-Feier des Gotteshauses dabei. Getauft und konfirmiert wurde Bischof ebenfalls in der Heilandskirche. Deshalb freute er sich, dass er mit seiner Frau in der gut erhaltenen und festlich geschmückten Kirche den Festgottesdienst zum Kirchenjubiläum 2018 erleben konnte.

Dieser 350. Geburtstag war der Kirchgemeinde Lindenau, Tettau und Schraden Anlass, ein Fest zu gestalten. Den Verantwortlichen der Kirchgemeinde und den Vereinen des Dorfes ist es aufgrund gemeinsamer Absprachen und Abstimmungen gelungen, diesen Höhepunkt in das Programm des gleichzeitig stattfindenden 63. Parkfestes in Lindenau einzubinden.

Festkonzert, Festgottesdienst,  Festschrift und das Pflanzen der diesjährigen Parkfestlinde im Pfarrgarten waren für Christen und andere Besucher eine gute Gelegenheit, über die Kirche im Dorf in der heutigen Zeit nachzudenken. Ihren Fortbestand weiterhin zu sichern gehört, wie Generalsuperintendant Martin Herche aus Görlitz sagte, „zu den Herausforderungen unserer Zeit.“

Die Heilandskirche in Lindenau, für die am 15. Mai 1668 der Grundstein durch Loth Gotthard von Minckwitz gelegt wurde, ist und bleibt unverzichtbarer Orientierungspunkt, sowohl für Christen, als auch für alle anderen Menschen. Sie ist immer wieder als Ort des Glaubens und des friedlichen Miteinanders zu entdecken und zu nutzen. Dank für die geleistete Arbeit und viele gute Wünsche wurden der Kirchgemeinde in Grußworten übermittelt.

Für den Lindenauer Bürgermeister Jürgen Bruntsch steht die evangelische Kirche vor der Herausforderung, mit weniger Hauptamtlichen nach wie vor die Menschen mit ihren Sorgen, Problemen und Hoffnungen zu erreichen. Erstmals in der Geschichte hat Lindenau seit 2013 keinen eigenen Pfarrer mehr. Umso höher ist das Wirken der Ehrenamtlichen, die in anerkennenswerter Weise im Dienste ihrer Kirche stehen, zu würdigen. Dazu gehören Annett Magister, Günter Wiesner, Peter Ort, Werner Krause, Monika Richter Möllerke, Eddy Lindemann und viele andere.

Ein besonderer Höhepunkt war das Grußwort per Videobotschaft aus Namibia von Pfarrer Reinhold Schiele, der dort zurzeit im Dienst steht. Nach wie vor ist er mit seinen ehemaligen Wirkungsstätten als Pfarrer in Ruhland, Kroppen, Lindenau und anderen deutschen Gemeinden eng verbunden. Seine Bitte, die Kollekte dieses Festgottesdienstes dafür zu verwenden, dass einer Schule in Namibia geholfen wird, 600 Kindern täglich eine warme Mahlzeit zu verabreichen, fand die Zustimmung der Anwesenden. Es war zugleich ein Bekenntnis der Kirchgemeinde vor Ort zu helfen, wo Hilfe dringend benötigt wird. Ein Zeichen der Nächstenliebe, das von diesem Festgottesdienst über Ländergrenzen gesendet wurde.

Aus dem gelungenen Programm zum 350-jährigen Kirchenjubiläum wachsen sicher notwendige neue Impulse und Gedanken für eine lebendige und für alle offene Kirchgemeinde, für die heutige und kommende Generationen, so Pfarrerin Angelika Scholte-Reh.