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| 16:11 Uhr

Absturz bei Schwarzheide
Flugunfall-Experten ermitteln jetzt im Wald

 Die Reste des zweisitzigen Segelflugzeuges liegen zwischen den Kieferstämmen im Waldstück nahe des Flugplatzes Schwarzheide/Schipkau. Die Wrackteile wurden am Dienstag von Vereinsmitgliedern geborgen. Die zeitaufwendigen Ermittlungen der Unfallursache haben begonnen.
Die Reste des zweisitzigen Segelflugzeuges liegen zwischen den Kieferstämmen im Waldstück nahe des Flugplatzes Schwarzheide/Schipkau. Die Wrackteile wurden am Dienstag von Vereinsmitgliedern geborgen. Die zeitaufwendigen Ermittlungen der Unfallursache haben begonnen. FOTO: Mirko Sattler
Schwarzheide. Ermittlungen an der Unglücksstelle sind angelaufen. Mehrere Zehntausend Euro Schaden. Von Andrea Budich

Nach dem Segelflieger-Absturz am Ostermontag mit zwei schwer verletzten Insassen haben die zeitaufwendigen Ermittlungen zur Unfallursache begonnen. Warum der Pilot (45) aus Senftenberg mit seiner Begeliterin bei bestem Flugwetter mit blauem wolkenlosen Himmel, milden 18 Grad und Ostwind beim Landeanflug über einem nahen Waldstück plötzlich abstürzte, beschäftigt jetzt Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung mit Sitz in Braunschweig.

Zeugenbefragungen am Dienstag

 Die im Waldstück verteilten Flügel wurden am Dienstag von Vereinsmitgliedern geborgen und für den Abtransport gesammelt. Die Ursache für den Absturz des doppelsitzigen Segelfliegers ist bisher ungeklärt.
Die im Waldstück verteilten Flügel wurden am Dienstag von Vereinsmitgliedern geborgen und für den Abtransport gesammelt. Die Ursache für den Absturz des doppelsitzigen Segelfliegers ist bisher ungeklärt. FOTO: Mirko Sattler

Ein Experte hat noch am Unfalltag sowie am gestrigen Dienstag vor Ort Wracklagen-Vermessungen und Zeugenbefragungen durchgeführt. Eine erste Auswertung der gesammelten Informationen wird es frühestens in sechs Wochen geben. Das bestätigt Pressesprecher Germout Freitag von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Zur genauen Absturzursache indes sind verlässliche Aussagen erst in einem Jahr zu erwarten.

Bei auffrischendem böigem Ostwind um die 27 Stundenkilometer war der Landeanflug für die Segelflieger in der Mittagsstunde des Ostermontags zum Albtraum geworden. Der Pilot aus dem Aero Club Schwarzheide konnte den Sonderlandeplatz nicht mehr erreichen. Er krachte mit seiner gleichaltrigen Copilotin über einem nahen Waldgebiet in die Bäume. Das zweisitzige Segelflugzeug brach dabei in mehrere Teile und wurde fast komplett zerstört.

Segelflugzeug bei Schwarzheide abgestürzt FOTO: Mirko Sattler

Beide Insassen schwer verletzt

Bei dem Absturz wurden die beiden Insassen schwer, jedoch nicht lebensbedrohlich verletzt und in Krankenhäuser nach Dresden gebracht. Kriminaltechniker haben noch vor dem Eintreffen der Flugunfall-Untersucher erste Spuren vor Ort gesichert, bestätigt Polizeisprecherin Ines Gnerlich. Die Schadenshöhe beträgt nach Polizeiangaben mehrere Zehntausend Euro.

Wrackteile im Wald verstreut

Die im Waldstück zwischen Bäumen verteilten Wrackteile sind am Dienstag von Vereinsmitgliedern geborgen worden. Weil beim Einsatz der schweren Schneidwerkzeuge die Gefahr eines Funkenfluges bestand, haben Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzheide die Arbeiten bei höchster Waldbrandwarnstufe abgesichert.

Der Flugbetrieb auf dem über Ostern von zahlreichen Piloten genutzten Sonderlandeplatz Schwarzheide ist seit dem Unglück eingestellt. Auch am Dienstag blieb der Flugplatz geschlossen. Wann er wieder aufgenommen wird, konnte Geschäftsführer Olaf Redlich von der Flugplatzbetriebsgesellschaft gestern noch nicht sagen.

 Die Unfallstelle
Die Unfallstelle FOTO: Mirko Sattler