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| 02:45 Uhr

Nach Rückbau entwerfen Briesker Kinder ihren Spielplatz neu

Die Kinder aus Brieske stecken die zur Verfügung stehende, fast 200 Quadratmeter große Fläche auf dem Spielplatz ab.
Die Kinder aus Brieske stecken die zur Verfügung stehende, fast 200 Quadratmeter große Fläche auf dem Spielplatz ab. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Klettern steht hoch im Kurs bei den Kindern aus Brieske. Amy Wagner zum Beispiel. Die Zehnjährige kraxelt schon bei den Sedlitzer Bergfreunden, die in der Vital-Sporthalle in Senftenberg trainieren. Damit sie auch Zuhause ihrem Hobby nachgehen kann, wünscht sich Amy Wagner einen Kletterfelsen auf ihrem Spielplatz "Im alten Stadion". Jan Augustin

Der Wunsch ist nicht so unrealistisch. Die Stadt Senftenberg musste auf dem Platz ein Spielturm mit Rutsche abbauen, weil er den Sicherheitsstandards nicht mehr entsprach. Nun soll wieder ein neues Spielgerät her. Und die Kinder sollen entscheiden. Zum Wochenendstart haben sie sich dafür das erste Mal zusammengefunden. Nachdem sie gemeinsam mit Senftenbergs Sozialamtsleiter Falk Peschel und Mitarbeiterinnen aus der Verwaltung die freie Fläche symbolisch absperren und vermessen, geht es anschließend zur Ideensuche bei Ortsvorsteherin Christina Nicklisch. In ihren Büroräumen auf dem Sportplatz sagen dann die etwa 20 Kinder, was sie wollen: eine Minigolfanlage, Tischtennisplatten, eine Seilrutsche, eine Art Karussell und na klar, ein Spielhaus zum Hochklettern.

Piet Trasper hat davon einen Entwurf zu Papier gebracht. In Briske, sagt der Zwölfjährige, sei es ansonsten ziemlich langweilig: "Wenn aber etwas dazukommt, wird es besser." Dass er jetzt selbst entscheiden darf, wie der neue Spielplatz aussehen soll, begeistert ihn: "Ich finde das toll, dass ich mitgestalten kann. Das ist interessant", sagt Piet Trasper.

Partizipation ist auch das Zauberwort von Nicole Günther. Die Sachbearbeiterin für soziale Angelegenheiten und Integration bei der Stadt erklärt das Ziel dieser gemeinsamen Runde: "Partizipation bedeutet, dass Kinder von Erwachsenen begleitet werden", sagt sie. Und in Senftenberg werde viel begleitet. Seit dem Sommer 2015 ist die Stadt "Kinderfreundliche Kommune". Das Siegel aber müsse auch mit Leben erfüllt werden, um es zu verteidigen. Vier Jahre lang muss die Stadt dafür besonders kinderfreundliche Aktivitäten nachweisen. "Noch peinlicher wäre es, das Siegel abzugeben. Deshalb müssen wir uns Mühe geben", fordert sie die Kinder auf. Und an die Eltern: "Bitte nicht so viel reinreden. Kinder sind wirklich Experten."

Die Möglichkeiten für die knapp 200 Quadratmeter große Fläche sind relativ groß. 30 000 Euro stehen zur Verfügung. Zum Vergleich: Der neue Spielplatz in Peickwitz, er ist ziemlich klein, hat 26 000 Euro gekostet. Und der ebenfalls von Kindern mitentwickelte Themenspielplatz am Stadthafen hatte einen Preis von etwa 220 000 Euro. Stadtplanerin Antje Derksen will den Kindern aber nicht den Mut nehmen: "Aus jeder kleinen Idee kann sich auch eine große Idee entwickeln." Bis Ende März soll die Planung abgeschlossen sein. Mit dem Baustart rechnet Antje Derksen etwa für Juli. Fertig sein soll der neue Spielplatz möglichst noch im August. An diesem Freitag findet aber ersteinmal die zweite Ideenrunde in Brieske statt.