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| 23:14 Uhr

Nach Güterzug-Unfall Leiche von Eisenbahner gefunden

Am Morgen nach dem Unglück beginnen die Aufräumarbeiten in Hosena
Am Morgen nach dem Unglück beginnen die Aufräumarbeiten in Hosena FOTO: Mirko Sattler
Hosena. Nach dem Zusammenstoß zweier Güterzüge in Senftenberg ist der verschüttete 54-jährige Eisenbahner nach RUNDSCHAU-Informationen tot gefunden worden. Spürhunde der Bundespolizei suchten am Freitag das Trümmerfeld rund um den Unglücksort erneut ab. ab/dpa/boc

Nach dem 54-jährigen Mann aus dem Senftenberger Ortsteil Brieske, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Gebäude befand, war unter den Trümmern des eingestürzten Stellwerkes auf dem Bahnhof Hosena gesucht worden. Rettungskräfte hatten den Eisenbahner nach Angaben der Polizei gegen 13 Uhr tot geborgen.

In der Nacht hatte eine DRK-Rettungshundestaffel aus Forst vergeblich nach dem Vermissten gesucht. Angerollt war zudem eine Bergungstruppe des Technischen Hilfswerkes aus Fürstenwalde. Einer der beiden Lokführer aus dem stehenden, nicht beladenen Zug hatte sich mit einem Sprung aus dem Führerstand retten können, dabei jedoch schwerste Verletzungen zugezogen. Sein Kollege hat einen Schock erlitten. Beide werden in Krankenhäusern behandelt. Die Lok des mit Schotter beladenen Güterzuges hat sich durch den Aufprall komplett gedreht und ist zur Seite umgekippt.

Die Suche nach dem vermissten Stellwerker gestaltete sich nach Angaben der Bundespolizei schwierig, weil neben den Trümmern eines Stellwerksgebäudes auch Tonnen von Schotter beseitigt werden müssen, die einer der Züge geladen hatten.

Der Zug mit seinen mit Schotter beladenen Waggons hatte aus unbekannter Ursache ein Haltesignal überfahren und war auf den anderen, leeren Güterzug aufgefahren. Durch die Wucht das Aufpralls wurden drei Waggons gegen das Stellwerk geschleudert und legten das Gebäude in Trümmer. Ein Lokführer wurde mit einem Hubschrauber in eine Krankenhaus in Dresden geflogen, der andere wird in einem Krankenhaus in der Nähe des Unfallorts behandelt. Nähere Auskünfte über ihren Zustand gibt es noch nicht.

Der Unfall hat auch Folgen für den Bahnverkehr in Brandenburg und Sachsen: Zwischen Ruhland (Oberspreewald-Lausitz) und Hoyerswerda (Landkreis Bautzen) fahre der Regionalexpress nicht mehr, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn in Leipzig. Reisende müssten in Busse umsteigen und mit längeren Fahrzeiten rechnen. Betroffen seien die Verbindungen zwischen Dresden und Hoyerswerda sowie zwischen Leipzig und Hoyerswerda. Die Fahrplanänderungen könnten noch bis zum Wochenende dauern.