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| 17:42 Uhr

Nach Explosion im Biogaspark Lauchhammer bangt Geschäftsführer mit den Opfern

Geschäftsführer Markus Bernhard (r.) und Betriebsleiter Michael Maser vor dem Unglücks-Gärrestbehälter. Foto: Manfred Feller
Geschäftsführer Markus Bernhard (r.) und Betriebsleiter Michael Maser vor dem Unglücks-Gärrestbehälter. Foto: Manfred Feller FOTO: Manfred Feller
Lauchhammer. Einen Tag nach der Explosion in einem Gärrestbehälter des Bioparks Lauchhammer sieht sich Geschäftsführer Markus Bernhard noch nicht in der Lage, an den Wiederaufbau zu denken. „Ich würde gern hören, dass es den beiden Männern besser geht“, sagt der Bayer. Manfred Feller

Er war noch am Montag nach Lauchhammer geeilt. Die Verletzten, davon einer schwer, gehören zu einer Schwarzheider Spezialfirma, die die großen Behälter auf dem Gelände des Bioparks gereinigt hat.

Während der Arbeiten muss nach bisherigem Kenntnisstand das Luft-Gas-Gemisch in dem großen Betonring (Durchmesser etwa 26 Meter, Höhe sechs Meter) mit dem Planendach aus noch nicht bekanntem Grund explodiert sein. Die Kriminalpolizei und das Landesamt für Arbeitsschutz ermitteln.

Der Wiederaufbau des Daches wird nach ersten Schätzungen bis zu 80 000 Euro kosten und könnte in den nächsten vier bis sechs Wochen erfolgen. Durch die Explosion sei die Biogasproduktion in einer der beiden Anlagenlinien beeinträchtigt.

Noch nicht erneuert wurde der Ende Februar in Brand geratene Trockner für Gärreste. Das derzeitige Provisorium soll aber ersetzt werden. Die Versicherung habe gezahlt. Der Schaden lag über den damals geschätzten 150 000 Euro. Zur Ursache gebe es laut Gutachter der Versicherung bisher nur eine Vermutung. Fest stehe, so Bernhard, dass kein Biogaspark-Mitarbeiter einen Fehler gemacht habe.

Die Reinigung der sechs großen Behälter (je zwei Fermenter, Nachgärer und Gärrestlager) begann im Mai. Der explodierte war der vorletzte Behälter gewesen.

Markus Bernhard ist seit den 80er-Jahren in der Biogasbranche tätig. Er hat den Aufbau mehrerer Anlagen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg als Projektentwickler begleitet und ist seit Ende der 90er-Jahre selbstständig. Der Biogaspark Lauchhammer ist der Einzige, für den er als laufenden Betrieb geschäftsführend die Verantwortung trägt.

Sein letzter Gedanke beim RUNDSCHAU-Gespräch am Tag nach der Explosion galt jedoch den Verletzten: "Ich wünsche und hoffe, dass es den beiden Männern bald besser geht."