Von Andrea Budich

Der an Spannung kaum zu überbietende Bürgermeister-Krimi aus der Wahlnacht im Mai wird neu aufgelegt. Der mit 26 Stimmen erst kurz vor Mitternacht unterlegene Amtsinhaber Uwe Kminikowski (CDU) hat Wahleinspruch eingelegt. Das bestätigt Ruhlands Amtsdirektor Roland Adler.

Demnach will der 58-jährige Wahl-Verlierer, der nach sechs Jahren den Chefsessel im Bürgermeisterbüro räumen muss, überprüfen lassen, ob alles rechtens verlaufen ist.

In seinem Einspruch geht er davon aus, dass er in den drei Wahllokalen der Elsterstadt die meisten Stimmen erhalten habe. Darüber hinaus gebe es bei einigen Wahlzetteln eine lückenhafte Nummerierung.

Ruhlands Wahlleiter Christian Konzack wird sämtliche Einwände gewissenhaft prüfen. Die Entscheidung zur Gültigkeit der Ruhlander Bürgermeisterwahl wird dann die Stadtverordnetenversammlung voraussichtlich im September treffen.

Noch kein Termin für Amtsantritt von Ruhlander Bürgermeister

Der Wahleinspruch hemmt allerdings nicht die Konstituierung des neuen Ruhlander Stadtparlaments mit der namentlichen Benennung des neu gewählten Bürgermeisters Thomas Höntsch (SPD). Das stellt Amtsdirektor Roland Adler klar. Der 26-Jährige mit fundiertem Verwaltungswissen hatte das Kopf-an-Kopf-Rennen mit seinem politischen Widersacher für sich entscheiden können.

Wann genau sein offizieller Amtsantritt über die Bühne geht, steht indes noch in den Sternen. Denn bis Donnerstag ist es nicht gelungen, gemeinsam mit dem Amtsinhaber Uwe Kminikowski einen Termin für die Einberufung der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Stadtparlaments festzumachen. Diese muss mit Einhaltung der Ladungsfrist 30 Tage nach der Wahl spätestens am 25. Juni stattfinden.

„Uns läuft die Zeit davon“, mahnt Adler. Der Amtsdirektor rüstet sich bereits für den Notfall: Wenn die Frist ergebnislos verstreicht, dann  wird die Kommunalaufsicht des Landkreises gemäß Paragraf 34, Absatz 3, der Brandenburger  Kommunalverfassung die Konstituierende Sitzung einberufen müssen.