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| 14:58 Uhr

Senftenberger Selbsthilfegruppe will Mutmacher sein
Nach dem Schlaganfall auf Krücken zum 70. Geburtstag getanzt

Heide-Christel Hornig (3.v.l.) war zum Welttag des Schlaganfalls am Montag mit ihrem Infostand im Krankenhaus Senftenberg zu Gast. Unterstützt wurde sie von Manuela Krengel (2.v.l.) von der regionalen Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen Rekosi aus Lauchhammer. Im Bild lassen sich Bärbel Hahn (l.), Christa Kriesche (3.v.r.), Frank Zschieschang (2.v.r.) und Ingeborg Wachtel (rechts) über die Möglichkeiten der Selbsthilfegruppe beraten.
Heide-Christel Hornig (3.v.l.) war zum Welttag des Schlaganfalls am Montag mit ihrem Infostand im Krankenhaus Senftenberg zu Gast. Unterstützt wurde sie von Manuela Krengel (2.v.l.) von der regionalen Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen Rekosi aus Lauchhammer. Im Bild lassen sich Bärbel Hahn (l.), Christa Kriesche (3.v.r.), Frank Zschieschang (2.v.r.) und Ingeborg Wachtel (rechts) über die Möglichkeiten der Selbsthilfegruppe beraten. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Senftenberg. Der schwere Weg zurück ins Leben. Senftenberger Selbsthilfegruppe begleitet und unterstützt Betroffene. Mit Infostand im Krankenhaus. Von Peter Aswendt

Nach einem Schlaganfall wieder zurück ins Leben finden. Dass dies durchaus gelingen kann,  weiß niemand so gut wie Heide-Christel Hornig aus Senftenberg. „Man darf den Kopf nicht in den Sand stecken und auf  gar keinen Fall aufgeben“, erklärt die 75-Jährige.

Die Sprecherin der Senftenberger Selbsthilfegruppe Schlaganfall hat zwei Schlaganfälle überstanden. „Den Ersten habe ich gar nicht richtig als Schlaganfall wahrgenommen“, erinnert sie sich. „Mir war nur unwohl und ich fand mich vor dem Bett wieder“, berichtet sie. Heide-Christel Hornig achtete damals wenig auf ihre eigene Gesundheit. Ihr Leben war bis zum Tod ihres Mannes auf dessen Pflege ausgerichtet. „Vielleicht überhörte ich auch deshalb die Signale“, überlegt die Sprecherin der Gruppe.

Sechs Wochen vor ihrem 70. Geburtstag ereilte sie dann der zweite Schlaganfall: „Als ich im Krankenhaus war, hatte ich den festen Vorsatz, auf meinem Geburtstag zu tanzen“, lacht die rüstige Rentnerin. Sie kam dann zwar auf Krücken zu ihrem Siebzigsten, aber getanzt wurde trotzdem.

Ihr Krankenhausaufenthalt war auch die Geburtsstunde der Selbsthilfegruppe. „Die Motivation durch die Ärzte und eines Bekannten, der mit einem Schlaganfall auf der Station lag, waren die Auslöser, dass ich was tun wollte“, beschreibt sie die ersten Schritte. Nun gibt es schon seit fünf Jahren die Senftenberger Selbsthilfegruppe.

Zwölf Mitglieder zwischen 50 und 83 Jahren umfasst die Gruppe. „Jeder kann zu uns kommen, wir sind kein Verein, also erheben keine Mitgliedsbeiträge“, stellt Heide-Christel Hornig klar. Das Netzwerk steht für sie im Vordergrund und der Erfahrungsaustausch.

Geballte Erfahrungen gibt es genug in der Gruppe. „Manche von uns haben schon viermal einen Schlaganfall erlitten und immer wieder zurück ins Leben gefunden“, berichtet die Sprecherin. Oberste Maxime für sie ist, sich unbedingt ein positives Lebensgefühl zu bewahren. „Negatives muss aus dem Leben verschwinden“, fügt sie hinzu. Sie selbst gestaltet ihr Leben nach dem zweiten Schlaganfall viel aktiver.

Mit Sitz-Yoga, schnellem 10-Kilometer-Gehen und Frühsport hält sie sich gesund. Alleinstehend hat sie sich zudem regelmäßige Kontakte zu Nachbarn oder Bekannten aufgebaut.

Natürlich ist eine gesunde Ernährung wichtig: „Man sollte das Rauchen und den Alkohol wenigstens reduzieren“, rät die Sprecherin. „Immer das Negative gegen etwas Positives tauschen“, lacht die Gruppenchefin.

Dann kann es gelingen, nach einem Schlaganfall wieder zurück ins Leben zu finden. So wie es Heide-Christel Hornig geschafft hat.