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| 02:52 Uhr

Nabu Senftenberg will mit Wirtschaft kooperieren

Werner Blaschke (l.) hat am Wegesrand Geierschnabel gefunden und erklärt die Herkunft dieses Pflanzennamens.
Werner Blaschke (l.) hat am Wegesrand Geierschnabel gefunden und erklärt die Herkunft dieses Pflanzennamens. FOTO: Rudolf Kupfer/rkp1
Frauendorf. Der Regionalverband des Naturschutzbundes (Nabu) in Senftenberg will in seiner weiteren Arbeit wieder stärker auf das Zusammenwirken mit der regionalen Wirtschaft, insbesondere mit der Land- und Forstwirtschaft, setzen. Zu diesem Ergebnis ist die Nabu-Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag gekommen. Rudolf Kupfer/rkp1

"Nicht übereinander sprechen, sondern miteinander Zusammenarbeit organisieren. Darauf werden wir uns zukünftig stärker konzentrieren", sagte der 1. Vorsitzende des Regionalverbandes, Karl-Heinz Marschka.

Als ein Beispiel dafür stehe das Forschungsprojekt Agrarforsten in Peickwitz im Betrieb von Landwirt Frank Domin. In dieses Projekt ist der Nabu fest eingebunden. Auf einer Fläche von fünf Hektar wachsen inzwischen streifenförmig angelegte Baumreihen, deren Auswirkungen auf den Naturkreislauf untersucht werden.

Landschaftsplaner Thomas Wiesner aus Lauchhammer begleitet gegenwärtig die Bauvorbereitungen für eine 31 Hektar große Solarfläche bei Großräschen. Ein Schwerpunkt ist hier, noch stärker die Möglichkeiten, die sich auf solchen Flächen für den Naturschutz bieten, zu nutzen. Dazu gehört unter anderem das Mähen des Aufwuchses nur alle zwei Jahre. Das Altgras ist für Spinnen und andere Kleinstlebewesen ein wichtiger Lebensraum. Auch Lerchen und andere Vogelarten sollen hier heimisch werden.

Mit der kürzlich veröffentlichten Schrift zu den Vogelstimmenwanderungen in Frauendorf hat Werner Blaschke ein vergleichbares Werk, das einen längeren Zeitraum bewertet, vorgelegt. Die Ergebnisse von 15 Jahren Beobachtungen der Vogelwelt werden hier vorgestellt.

Dazu gab es am Sonnabend eine Exkursion in die bekannte Teichlandschaft. Hier präsentierten sich viele Vögel bei schönstem Spätsommerwetter stärker, als zu dieser Jahreszeit erwartet. Weidenmeisen waren zu hören, Graureiher bäumten auf, und ein Seeadler kreiste über die Teiche. Misteldrosseln waren nicht zu sehen, aber das Ergebnis ihrer Arbeit wurde durch die zahlreichen Misteln an den Kiefern belegt.

Diese Exkursion sei eine gelungene Ergänzung, schätzte Dieter Lehmann aus Drochow ein. Er ist kürzlich Mitglied des Nabu geworden, weil er sich noch wirkungsvoller für den Erhalt der Natur einsetzen wolle. Vor allem ärgert ihn, dass Müll allerorts und auch in seinem Wald illegal entsorgt wird. Dafür hat er überhaupt kein Verständnis.

Die aktuell 639 Mitglieder sind ein großes Potenzial, um noch mehr für den Naturschutz in der Region tun zu können, ist sich der Vorsitzende Karl-Heinz Marschka sicher. Dazu wurde in Schwarzheide begonnen, gemeinsame Vorstandssitzungen mit den dort ansässigen Mitgliedern durchzuführen. Auch in den anderen Orten sollen solche Beratungen durchgeführt werden. Das ist eine der Aufgaben, die in der Mitgliederversammlung formuliert wurden. Neu aufgenommen in das Arbeitsprogramm sind auch geführte Naturschutzfahrten in Zusammenarbeit mit dem Senftenberger Autohaus Bothe.