90 771 Gärten. 3 414 551 Vögel. 134 295 Meldungen. Das sind die beeindruckenden Zahlen der diesjährigen bundesweiten Zählaktion „Stunde der Wintervögel“.

Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz beteiligten sich 290 Hobby-Ornithologen an der Aktion. In 196 Gärten zählten sie 8361 Vögel 51 verschiedener Arten. Dabei landete der Haussperling auf Platz 1. Seit 2016 hat er diesen Platz nun schon inne. Insgesamt 1807 wurden in 60 Prozent der Gärten beobachtet. Auf Platz 2 schaffte es die Kohlmeise mit 1427 Exemplaren. Sie wurde in über 90 Prozent aller Gärten gesichtet. Auf dem Treppchen landete außerdem der Feldsperling mit 1066 Tieren.

Senftenberg

Überraschung bei Grünfink und Eichelhäher

Nach dem Ausbruch des Usutu-Virus, das die Bestände der Amsel massiv dezimiert hat, konnte sich die Population immer noch nicht stabilisieren. 259 Exemplare wurden dem Nabu gemeldet. Damit hat sich der Bestand im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 35 Prozent reduziert. Erfreulicher sehen die Zahlen für den Grünfink aus. War der Bestand in den letzten Jahren stark zurückgegangen, konnte sich seine Population wieder etwas erholen. Im Vergleich zu 2019 stiegen die Zahlen um 67 Prozent.

Besonderes Augenmerk lag diesmal außerdem auf dem Eichelhäher. Nach einer Eichelvollmast in Nordosteuropa 2018 war er in Deutschland vermehrt aufgetreten. Das hat auch die diesjährige Zählung bestätigt. Im OSL-Kreis hat sich die Zahl der beobachteten Häher von 148 auf 306 verdoppelt. Er verzeichnete somit ein Plus von 122 Prozent und katapultierte sich vom elften auf den sechsten Platz.

Milder Winter sorgt für weniger Vogelsichtungen

Aus Senftenberg gingen vier Meldungen ein. 126 Vögel 15 verschiedener Arten konnten hier gesichtet werden. Die größte Gruppe bildet der Feldsperling mit 33 Tieren, darauf folgt die Ringeltaube mit 22 Exemplaren und der Grünfink mit 19.

Insgesamt wurden im OSL-Kreis aber weniger Vögel gesichtet als im Vorjahr. „Die Daten aus inzwischen einem Jahrzehnt ‚Stunde der Wintervögel’ zeigen deutlich, dass die Zahl der Vögel in den Gärten umso geringer ist, je milder und schneeärmer der Winter ist“, teilt der Nabu mit. Erst bei Kälte und Schnee kommen die Vögel in Stadtnähe, wo sie in den Gärten Futterstellen vorfinden.