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| 15:21 Uhr

Tierhalter in Kostebrau in Angst
Mysteriöses Katzenverschwinden

Wo  sind die Katzen geblieben? Mit Plakaten und Aushängen sucht Sieglinde Roy nach den Haustieren, die auch von Nachbarn vermisst werden.
Wo sind die Katzen geblieben? Mit Plakaten und Aushängen sucht Sieglinde Roy nach den Haustieren, die auch von Nachbarn vermisst werden. FOTO: Steffen Rasche / Rasche FOTOGRAFIE
Kostebrau. Fünf Katzen von fünf Grundstücken aus dem Kostebrauer Oberdorf verschwinden innerhalb kürzester Zeit spurlos. Tierhalter in Angst. Senftenberger Kriminalpolizei eingeschaltet. Von Andrea Budich

Bei Katzenbesitzern im Kostebrauer Oberdorf geht die Angst um. Tiere sind binnen kürzester Zeit spurlos verschwunden. Dass Katzen mal ein paar Tage nicht nach Hause kommen, kann schon einmal passieren. Doch was momentan im Oberdorf geschieht, ist äußerst merkwürdig. Für Ramona Hergesell und Sieglinde Roy, beide wohnen in Kirchnähe, sogar mysteriös. Denn ein großes Katzenverschwinden hat es in ihrem direkten Wohnumfeld schon vor fünf Jahren einmal gegeben.

Diesmal geht es um Kater Benny, Kater Rocky, den dicken Paule von nebenan und zwei weitere Katzen. Von einem auf den anderen Tag fehlt von den Samtpfoten, die allesamt keine struppigen Freigänger, sondern kastrierte und gut versorgte Hauskatzen aus der Kostebrauer Karl-Marx-Straße sind, jede Spur.

Die vom pechschwarzen Rocky verliert sich am 4. April. Sieglinde und Detlef Roy warten an jenem Mittwoch vergeblich auf das Klopfen an der Fensterscheibe von ihrem Rocky. „Das war sein Zeichen, mit dem er Einlass forderte“, erzählt die Tierhalterin. Kein Klopfen, kein Rocky - der Kater, der Fremde tunlichst gemieden hat, ist seitdem spurlos verschwunden.

Nach ihrem Tier klappern die Roys das ganze Dorf ab. Tagelang. Sie geben auch nach einer Woche nicht auf. Am Löschteich, am Drehkreuz, im Unterdorf, an der Kostebrauer Futterstelle - Rocky bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Beim Abklappern der Nachbarn stellt sich heraus: Es sind noch weitere vier Katzen verschwunden. Alle innerhalb von zwei Wochen beginnend mit dem 25. März.

Die von Ramona und Wolfgang Hergesell gehört dazu. Ihr rot-weiß-getigerter Benny kommt jeden Abend vor dem Schlafengehen zurück ins Haus. „Mein Mann pfeift dann draußen und er kommt angespurtet“, erzählt sie. Doch das ändert sich schlagartig am Abend seines Verschwindens. Benny ist seitdem nicht mehr aufgetaucht. Dabei ist er ein ganz scheues Tier, das nur zu Hergesells Vertrauen hat.

Das plötzliche Verschwinden von fünf Katzen von Nachbargrundstücken sorgt für Gesprächsstoff in Kostebrau. Angst macht sich auch bei denen breit, die bisher von dem seltsamen Geschehen verschont geblieben sind. Niemand weiß, was aus den vermissten Tieren geworden ist, welches Schicksal sie ereilt hat, wie sie zu Tode gekommen sind.

Unruhig macht die Kostebrauer zudem, dass sich das mysteriöse Katzenverschwinden genauso schon vor fünf Jahren ereignet hat. Auch damals waren dieselben Nachbarn betroffen, die heute erneut ihre Katzen verloren haben.

Um Licht ins Dunkle zum Verbleib ihrer Lieblinge zu bringen, haben die Tierhalter Anzeige bei der Polizei erstattet, im ganzen Dorf Aushänge gemacht und auch den Verein Senftenberger Tierhilfe informiert. Ob dem Täter auf die Schliche gekommen werden kann, bleibt indes für Brigitte Thierbach, ausgewiesene Katzenexpertin im Senftenberger Verein, fraglich. Denn ähnliche Fälle hat es auch schon andernorts im Kreis gegeben, beispielsweise in der Senftenberger Mittelstraße. Dass es sich um Katzenfänger, die vermutlich im Zusammenhang mit Altkleidersammlungen die Tiere wegfangen, handelt, schließt sie eher aus. Denn die Kostebrauer Stromer sind nicht an einem Tag, sondern binnen zwei Wochen abhanden gekommen.

Der mysteriöse Verlust ihrer Tiere hat Ramona Hergesell und Sieglinde Roy das Herz gebrochen. Für Ramona Hergesell ist es inzwischen der dritte Kater, der spurlos verschwunden ist. „Das kann kein Zufall sein, dass die Tiere immer von Grundstücken in der Kirchnähe verschwinden“, sagt Sieglinde Roy. Sie kämpft dabei mit den Tränen. Sich erneut Kater ins Haus zu holen, kommt für die Frauern jedenfalls erst einmal nicht in Frage. „Zu gefährlich hier“, kommentieren sie und hoffen dabei auf Ermittlungserfolge der Senftenberger Kriminalpolizei.

Kater Chavez stromert in Senftenberg durch sichere Gefilde.
Kater Chavez stromert in Senftenberg durch sichere Gefilde. FOTO: Steffen Rasche