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| 01:05 Uhr

Musik liegt ihnen im Blut

Lauchhammer.. Seit nunmehr dreißig Jahren spielt die Astion-Formation aus Lauchhammer für Jung und Alt zum Tanz, und seit 25 Jahren tourt Ralf-Peter Petschke mit seiner Mobildiscothek Discodrom durch die Lande. Grund genug, diese Geburtstage mit viel Musik, Humor und gastronomischer Versorgung auf dem Heßmer-Platz in Lauchhammer-Mitte am Sonntag ab 11 Uhr zünftig zu feiern. Von Bernd Balzer

Musik lag den Künstlern von Astion schon immer im Blut. Bereits 1963, also vor 40 Jahren, musizierten Sigismund Bolc und Eberhard Perl in den damaligen Volkskunstgruppen des Lauchhammerwerkes bei geselligen Abenden. Ein Jahr später wurde das Bar-Trio „Astoria“ als ständige Hauskapelle der Gaststätte „Kastanienhof“ in Lauchhammer-Ost gegründet. Aus dem Trio wurde bald ein Quartett, und ab September 1971 spielte Astoria als Hauptkapelle in der HO-Gaststätte „Koker“ in Lauchhammer-Mitte. 1972 entdeckten die Musiker die Sängerin Carmen Köckritz, die das Klangbild von Astoria bereicherte. Als im Juni 1973 weitere Gitarristen zur Gruppe stießen, schlug die Geburtsstunde des „Astion-Sextetts“, das sich ab Mitte der 80er-Jahre „Astion-Formation“ nannte. Die Gründungsmitglieder der über die Region hinaus bekannten, belieb ten und oft gefeierten Kapelle waren Sigismund Bolc (Orgel und Gesang; musikalische Leitung), Eberhard Perl (Saxophon; Geschäftsleitung), Carmen Köckritz (Sologesang), Peter Bolc (Schlagzeug), Siegfried Kaiser (Bassgitarre und Gesang) und Wolfgang Gripp (Rhythmus-, Sologitarre und Gesang).
Gleich nach der Gründung wartete der erste Höhepunkt in der Astion-Geschichte auf die Musiker: Die Delegierung zu den X. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Berlin. Hier begeisterten die Lauchhammeraner die Jugendlichen auf den Seeterrassen in Berlin-Weißensee und auf dem Alexanderplatz und wurden dank ihrer guten Musik zur Abschlussveranstaltung der 10. Weltfestspiele erneut nach Berlin eingeladen. Die Koffer waren noch gar nicht richtig ausgepackt, da reisten Astion und der Singeclub des Lauchhammerwerkes nach Ostrow in Polen zum zentralen Erntefest. Dann folgte Auftritt auf Auftritt. Bei Volksfesten, beim Karneval usw. - immer war Astion mit dabei. Besonders zum Schwarzheider Carnevalsclub unterhalten die Lauchhammeraner ganz enge freundschaftliche Beziehungen. Bei allen Veranstaltungen in der 25-jährigen SCC-Geschichte haben die Astion-Musiker für die richtige Stimmung gesorgt. Leider hat niemand über die unzähligen Veranstaltungen un d über die Besucher Buch geführt. Aber es waren garantiert mehrere tausend Auftritte und ein in die Millionen gehendes Publikum, das immer von der Astion-Musik fasziniert war.
„Astion setzte sich damals aus nebenberuflichen Tanzmusikern zusammen und bevorzugte die Stilrichtung Schlager mit einem leichten Hang zum Beat,“ erinnert sich Peter Bolc, auch daran, dass das Astion-Sextett mit der Arthur-Becker-Medaille ausgezeichnet wurde und den Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ verliehen bekam.
Durch Heirat und Nachwuchs verließ Carmen Köckritz im Juli 1978 die Gruppe. Anfang der 80er-Jahre fand auf dem Weg über die Singebewegung Uta Schade als neue Sängerin zu den Astions. Hier profilierte sie sich weiter und ihre Auftritte beim „Goldenen Rathausmann“ in Dresden 1985 und in der Fernsehsendung „Bong“ 1987 sind noch in guter Erinnerung. Nach der Wende beschritt sie als Uta Carina eine eigene Solokarriere, und Kerstin Lotz wurde als Sängerin ins Astion-Boot geholt.
Mit der Wende begann auch für die Astion-Formation die Marktwirtschaft. Es gab Höhen und Tiefen. Doch durch eine kontinuierliche und aufopferungsvolle Arbeit unter der strengen Leitung des Geschäftsführers Peter Bolc und mit Hilfe großzügiger Sponsoren spielen und erfreuen Peter Bolc (Schlagzeug; GF), Sigismund Bolc (Keyboard, Gesang), Harald Gondro (Bassgitarre), Manfred John (Gitarre), Wilhelm Lotz (Gitarre), Kerstin Lotz (Gesang) und der Techniker Matthias Fischer weiterhin jung und alt mit ihrer Musik.
Die Astion-Musiker standen schon in allen Sälen der nahen und weiteren Umgebung auf der Bühne, und es gibt kaum eine Freilichtbühne, die sie nicht kennen. Ständig haben sie in den zurückliegenden 30 Jahren ihres Bestehens ihre hohe musikalische Qualität vervollkommnet und sind dabei ihrem heimischen Publikum treu geblieben.