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| 13:39 Uhr

Umbau
Multimediale Leinwand für Seenland-Tourist-Info

Für die Senftenberger aus der Partnerstadt in Niederösterreich Friederike und Karl Hinterberger sowie Veronika und Heinz Schütz gehört der Besuch der Touristinfo am Senftenberger Markt mit zum Urlaubsprogramm. Diana Lesche (r.) und Birgitt Jacob (2.v.r.) versorgen die Gäste mit Neuigkeiten aus dem Lausitzer Seenland. Die Touristinfo wird bald umfassend umgebaut.
Für die Senftenberger aus der Partnerstadt in Niederösterreich Friederike und Karl Hinterberger sowie Veronika und Heinz Schütz gehört der Besuch der Touristinfo am Senftenberger Markt mit zum Urlaubsprogramm. Diana Lesche (r.) und Birgitt Jacob (2.v.r.) versorgen die Gäste mit Neuigkeiten aus dem Lausitzer Seenland. Die Touristinfo wird bald umfassend umgebaut. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Senftenberg. Die Stadt Senftenberg und Touristiker planen den kompletten Umbau der Gäste-Anlaufstelle am Markt, in der es künftig auch digitaler zugehen soll. Der Umbau soll 266 000 Euro kosten. Von Torsten Richter-Zippack

Wer bislang die Senftenberger Tourist-Information im alten Rathaus am Markt besucht, wird von Reizen überflutet. Prospekte, Landkarten, Bücher, Souvenirs und vieles mehr prasseln auf die Besucher ein. Das sagt zumindest Fred Jasinski.

Der Cottbuser Planer soll die Gäste-Anlaufstelle, die seit Ende 2012 vom Tourismusverband Lausitzer Seenland betrieben wird, komplett umgestalten. „Aktuell wirkt der Raum wie ein Privatbüro. Alles ist unstrukturiert“, bemängelt der Experte. Wenn ein Mensch einen fremden Raum betritt, so argumentiert Jasinski, könne er maximal fünf Dinge voneinander unterscheiden. Diesem Fakt möchte der Architekt jetzt Rechnung tragen.

Kernstück soll eine grüne multimediale Projektionswand mit wandelbaren Bildern werden. „Darauf kann projiziert werden, was den jeweiligen Gast interessiert“, erklärt Fred Jasinksi. Präsentiert werden können beispielsweise Streckenführungen, Sehenswürdigkeiten und manches mehr. Und das in verschiedenen Sprachen. Schließlich werde das Lausitzer Seenland immer internationaler. Darüber hinaus ist ein Beratungsbereich vorgesehen, ebenso eine kleine Teeküche. Der bislang eher störend wirkende Mittelpfeiler werde zur Glasvitrine mit verschiedenen Souvenirs umgestaltet.

Ganz einfach dürfte der Umbau der Tourist-Info indes nicht werden. Schließlich steht das Gebäude, das der Stadt Senftenberg gehört, unter Denkmalschutz. Allerdings werde die Behörde in das Vorhaben eng mit eingebunden. Das trifft insbesondere auf die Fenster und Türen zu. „Früher befand sich in diesem Raum die Sparkasse. Die hatte sich aus Sicherheitsgründen abgeschirmt. Jetzt plant der Architekt große Schaufenster mit Powerpoint-Präsentationen. Somit habe die Tourist-Info eine 24-Stunden-Funktion am Tag.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Die Einrichtung könne nicht barrierefrei ausgebaut werden. Grund bilde ihr tiefer Keller. Dadurch sei ein Absenken des Eingangsbereiches nicht möglich. Kommen aber künftig Rollstuhlfahrer zu Besuch, werde man entsprechende Lösungen finden, kündigt Fred Jasinski an.

Kosten soll das gesamte Vorhaben rund 266 000 Euro. Das Land Brandenburg, konkret das Wirtschaftsministerium, hat nach Angaben der Stadt Senftenberg bereits positive Signale bezüglich einer Förderung erteilt. Carsten Henkel, Leiter des Bereiches Stadtplanung und Bau im Rathaus, spricht von einer realen 70-Prozent-Förderung. Das bedeutet wiederum, dass die Kommune etwa 60 000 bis 70 000 Euro in den Haushalt für das Jahr 2019 einstellen müsste. Dieser soll den Stadtverordneten erstmals im Spätsommer präsentiert werden. Senftenberg profitiere bei diesem Projekt von seinem Status als staatlich anerkannter Erholungsort.

Die jetzige Tourist-Info befindet sich nach Angaben von Katrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, seit Ende der 1990er-Jahre im ehemaligen Sparkassen-Domizil. Damals konnten die Touristiker das Mobiliar kostenlos von den Bankern übernehmen. Bislang, so urteilt die Touristikerin, sei das Thema Digitalisierung eher stiefmütterlich behandelt worden. Bei 60 000 Gästen pro Jahr in der Einrichtung könne man aber davor nicht mehr die Augen verschließen.

Indes hat das Büro Jasinski bereits Erfahrungen mit der Umgestaltung von Tourist-Informationen. „Wir sind bereits in den Jahren 2015/2016 bei der Einrichtung in Lübbenau aktiv gewesen“, erinnert sich Fred Jasinski. Dort wurde die Devise verfolgt „Wir tun für unsere Gäste alles.“ Das sei in Senftenberg und dem Lausitzer Seenland nicht anders.