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| 15:54 Uhr

Verbraucherzentrale warnt
Mit Münzen auf Kundenfang

 Diese beiden bestellten Münzen sind der Auslöser für einen Endlos- Papierkrieg, den Christa Ruhl aus Lauchhammer seit einem Jahr führt. Für die Cottbuser Verbraucherzentrale ist das eine bekannte Masche.
Diese beiden bestellten Münzen sind der Auslöser für einen Endlos- Papierkrieg, den Christa Ruhl aus Lauchhammer seit einem Jahr führt. Für die Cottbuser Verbraucherzentrale ist das eine bekannte Masche. FOTO: Mirko Sattler
Lauchhammer. Eine Rentnerin aus Lauchhammer bekommt nach einer Münzbestellung weitere unerwünschte Zusendungen. Verbraucherschützer warnen vor einer bekannten Abzock-Masche. Es gibt aber Möglichkeiten, sich zu wehren. Von Andrea Budich

Von einem Papierkrieg überrollt fühlt sich Christa Ruhl aus Lauchhammer. Sie bekommt seit gut einem Jahr unaufgefordert regelmäßig Waren vom Bayrischen Münzkontor ins Haus geschickt.

Die erste Bestellung geht noch von der Seniorin selbst aus. Als Geschenk erwirbt sie eine Jubiläumsprägung mit der  Königin der Lüfte, der Concorde, für ihren Sohn. Das war im  Mai vor einem Jahr.

Von dem Moment an verfügt die Firma über die Adresse der 79-Jährigen aus der Lausitz und nutzt sie fleißig: Immer wieder bekommt Christa Ruhl Umschläge, Päckchen und Sammelmappen. Darin Hochglanz-Broschüren mit angeblich lukrativen Angeboten und Neuauflagen, Jubiläums- und Sonderprägungen von Münzen, die sie  weder bestellt hat, geschweige denn  kaufen möchte.

Nach etlichen Versuchen, bei denen Christa Ruhl die  Zusendungen freundlich, aber bestimmt am Telefonhörer unterbindet, weiß sie sich inzwischen nicht mehr zu helfen. Sie ist es leid,  die  Briefe und Päckchen auf ihre Kosten zurückzusenden und will  den Rücksende-Aufwand ein für alle Mal stoppen.

Münz-Falle ist bekannte Abzock-Masche

„Über die  monatlichen Lieferungen von Münzen und anschließenden Rechnungen muss sich die Rentnerin nicht wundern“, erklärt  die Cottbuser Verbraucherberaterin Daniela Hofmann. Denn den  „besonderen Sammler-Service“ hat sie offenbar unbewusst bei ihrer  Erstbestellung vor einem Jahr selbst ausgelöst. Mit ihrer Unterschrift  hat  sie als Verbraucherin   damals zugestimmt,  dass  ihr regelmäßig die angeblich begehrtesten Raritäten  zugesandt werden, ein Rückgaberecht ist garantiert.

Wie Christa Ruhl nehmen sehr viele Kunden  den  entsprechenden Satz im Kleingedruckten bei der Bestellung  überhaupt nicht zur Kenntnis. „Genau das ist ja die Masche“, klärt Daniela Hofmann auf. „Einmal  bestellt und schon schnappt die  Falle zu“, bringt sie die Methode auf den Punkt. Dieser Kundenfang ist für die Verbraucherberaterin eine bekannte Strategie, um Menschen über Jahre das Geld aus  der Tasche zu ziehen.

So entkommt man der Münz-Falle

Um den  lästigen Service  nachträglich aus der Welt  zu schaffen, sind  starke Nerven, Zeit und Ausdauer erforderlich. Um weiteren Ärger zu vermeiden,  sollten Betroffene im Kleingedruckten genau nachlesen,  was sie mit ihrer Unterschrift ausgelöst haben.  

Der  Rentnerin aus Lauchhammer rät sie,  nochmals nachweisbar  mit Einschreiben und Rückschein  dem Unternehmen mitzuteilen, dass  für die Zukunft  keine weiteren Münz-Proben erwünscht sind.

Rollen  trotzdem weitere Münz-Lieferungen an, dann kann die Seniorin die unbestellte Ware  nach § 241 a BGB nach Belieben benutzen oder vernichten. Sie ist dann weder zur Aufbewahrung noch zur Rücksendung verpflichtet.