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| 02:33 Uhr

Müllverbrennungsanlage mit Skipiste

Der Architektenentwurf zeigt die Müllverbrennungsanlage in der Hauptstadt Kopenhagen mit der Skipiste auf dem Dach.
Der Architektenentwurf zeigt die Müllverbrennungsanlage in der Hauptstadt Kopenhagen mit der Skipiste auf dem Dach. FOTO: ARC/ Christoffer Regild
Hosena. Mit ihren Leistungen bei Indus-triebauprojekten im In- und Ausland setzt die Züblin Stahlbau GmbH in Hosena (Oberspreewald-Lausitz) Zeichen in der Branche. Das Unternehmen gehört eigenen Angaben zufolge zu den größten Stahlbauern im Land. Manfred Feller

Für ein überaus interessantes Projekt in Dänemark hat auch die Züblin Stahlbau GmbH in Hosena umfangreiche Leistungen erbracht. Am Rande der Hauptstadt Kopenhagen entsteht derzeit ein in seiner Art wohl einzigartiges Industrie- und Freizeitobjekt. Während im Innern des architektonisch markanten Gebäudes in absehbarer Zeit die Müllverbrennungsanlage Amager Bakke arbeiten wird, sollen ab 2017 auf deren abschüssigem Dach ganzjährig Wintersportler auf drei Skiabfahrten hinunterfahren können. Die Müllverbrennung gehört nach Unternehmensangaben zu den größten und modernsten Anlagen ihrer Art in Europa.

"Nach der europaweiten Ausschreibung haben wir dorthin 5500 Tonnen hoch komplizierte Stahlkonstruktionen geliefert", sagt Ullrich Pfabe, Geschäftsführer der Züblin Stahlbau GmbH. Dabei hätten die Hosenaer gegen große Anbieter das Rennen gemacht.

Stahlbau für Volkswagen

Vom Umfang her noch größer war der Auftrag für das neue Automobilwerk von Volkswagen im polnischen Wrzesnia, östlich von Poznan. Züblin fertigte, lieferte und montierte annähernd 8900 Tonnen an Stahlbauteilen. Daraus wurden große Teile der 850 Meter langen und 225 Meter breiten Montagehalle in weniger als sieben Monaten Bauzeit errichtet.

Diese bedeutenden Aufträge täuschen nicht darüber hinweg, dass der Wettbewerb im Stahl bausektor noch härter geworden sei. Hinzu kämen Überkapazitäten, Preisverfall, ein rückläufiger Markt und der vor etwa zwei Jahren einsetzende Wandel in der Auftragsstruktur. "Wir verabschieden uns von den Großaufträgen in der Energiewirtschaft", sagt Geschäftsführer Ullrich Pfabe. "Dafür gibt es keine Kompensation."

Das Wirtschaftsjahr 2015 war für die rund 300 fest angestellten Mitarbeiter in dem Hosenaer Unternehmen, vor Jahren waren es 360, dennoch "kein schlechtes", wie der Geschäftsführer sagt. Mit dem dazugekauften Stahlbaubetrieb in Wilhelmshaven wurde ein Umsatz von immerhin noch 92 Millionen Euro erwirtschaftet. In Spitzenjahren seien es um die 100 Millionen Euro gewesen. "Die großen Stahlbauer sind unter Druck", stellt Ullrich Pfabe fest. Und die Hosenaer gehören mit einer Jahresleistung von 15 000 Tonnen Stahlbau zu den leistungsstärksten in Deutschland.

Trotz der angespannten Auftragslage in der gesamten Stahlbaubranche herrscht begründete Zuversicht in dem Lausitzer Traditionsunternehmen. "Wir bemühen uns intensiv um größere Aufträge im Bereich der Automobilindustrie", versichert Ullrich Pfabe. Angebote würden im In- und Ausland abgegeben.

Die Züblin Stahlbau GmbH stellt ihr Geschäft auf mehrere Säulen und investiert weitsichtig. "Große Hoffnungen setzen wir auf das bundesdeutsche Infrastrukturprogramm für die Straßen und Schienenwege. Für uns besonders interessant ist hierbei der Brückenbau", sagt der Geschäftsführer.

Durch zielgerichtete Investitionen in den Jahren 2015 und 2016 habe sich das Unternehmen auf den speziellen Bedarf ausgerichtet. So hat Züblin seine Krankapazitäten in Hosena erhöht. Stückgewichte von bis zu 80 Tonnen können jetzt versetzt werden. Diese Arbeit erledigen zwei neue 40-Tonnen-Kräne. Zu der technischen Ausstattung gehöre ebenso ein Schwerlasttransportfahrzeug. Damit lassen sich innerbetriebliche Transporte mit bis zu 120 Tonnen Gesamtgewicht bewegen. "Wir haben auch die Nachstrahlkabine deutlich vergrößert", zählt Ullrich Pfabe auf. Diese diene der qualitativ hochwertigen Vorbereitung des Korrosionsschutzes. Die Gesamtinvestitionen in Hosena belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro. Hinzu kämen jene etwa zehn Millionen Euro bei der Tochtergesellschaft in Wilhelmshaven. Dort werden Ausrüstungen für den Brücken-, Stahl- und Wasserbau gefertigt.

Projekte in Deutschland

Im vorigen Jahr habe die Züblin Stahlbau GmbH mehr Aufträge im Ausland erfüllt. Große Baustellen in Deutschland waren in Köln, Düsseldorf, Stuttgart und München.

Für das Gasturbinenkraftwerk des Energiekonzerns Vattenfall in Berlin-Lichterfelde habe das Lausitzer Unternehmen den kompletten Stahlbau geliefert. Das waren in Summe 4500 Tonnen. Auftraggeber war ein spanisches Unternehmen.

Und schließlich sind die Hosenaer an einem Kraftwerksbau in Düsseldorf beteiligt, das auch als Industriebau ein Hingucker werden soll. "Im Auftrag von Siemens haben wir eine anspruchsvolle Fassadenkonstruktion gefertigt", zeigt sich Ullrich Pfabe zufrieden mit dem Ergebnis. Das Besondere daran sei, dass dieses Kraftwerk das Ergebnis eines Architekturwettbewerbes ist und eine indirekte LED-Beleuchtung erhält.