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Motorsport hautnah erleben

Mario Kirk, Chef der Streckensicherung auf dem Lausitzring, hat selbst jahrelang die Flagge als Streckenposten geschwungen.
Mario Kirk, Chef der Streckensicherung auf dem Lausitzring, hat selbst jahrelang die Flagge als Streckenposten geschwungen. FOTO: Jan Augustin
Klettwitz. Ohne sie geht nichts auf dem Lausitzring: die Streckenposten. Der Verein Safety Course Team Eurospeedway Lausitz sucht Menschen, die sich dieser Herausforderung ehrenamtlich stellen und hochklassigen Motorsport aus nächster Nähe erleben wollen. Gelegenheiten gibt's genug. Jan Augustin

Mario Kirk überlegt kurz, dann hat er's: Am 20. August im Jahr 2000 fand die Eröffnungsveranstaltung des Lausitzringes in Klettwitz statt. Der heutige Chef der Streckensicherung erinnert sich in seinem Büro, um dessen Ausblick ihn so einige Motorsportfans beneiden dürften. Vor den Fenstern: die Haupttribüne des Lausitzringes. An den Sommertag vor 17 Jahren denkt der heute 54-Jährige gern zurück. Mario Kirk ist damals als Streckenposten 22 dabei. Er führt die vielen Fahrzeuge der Besucher an den richtigen Ort, regelt den Verkehr und sorgt für Sicherheit. Für ihn ist es auch der Einstieg für seine Laufbahn auf dem Lausitzring, für den er seit 2005 arbeitet. Zuvor, im Jahr 2001, gründet sich der Safety Course Team Eurospeedway Lausitz, der sich seitdem nicht nur um die Streckensicherung bei Veranstaltungen auf dem Lausitzring kümmert. Mario Kirk ist der sportliche Leiter im Verein. Seine Mitglieder helfen sogar beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans oder bei der Formel 1.

Auch auf dem Lausitzring erwarten die Streckenposten einige hochkarätige Veranstaltungen: Am 15. und 16. April macht die Deutsche Rallycross Meisterschaft Station in Klettwitz, vom 19. bis 21. Mai findet das Motorsportfestival statt - mit dem Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) und ADAC-GT-Masters, und vom 18. bis zum 20. August heulen die Motoren bei der Superbike-WM auf.

Für Höhepunkte dieser Art auf dem Lausitzring werden noch etliche Sportwarte gesucht. Teilweise säumen bis zu 230 Streckenposten den Lausitzring. Für den Verein, der aktuell 139 Mitglieder zählt, ist das jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung. "Es wird immer schwerer, Streckenposten zu finden", klagt Kirk. Entweder scheiden Mitglieder aufgrund ihres Alters aus oder die Jüngeren verlassen die Region in Richtung Westen, begründet er. "Das macht sich hier bemerkbar." Zur Not wolle er sich selbst den orangen Overall anziehen: "Wenn's sein muss, würde ich das noch heute machen."

Als Streckenposten müsse man ein fanatischer Motorsportfan sein, körperlich und geistig fit sein und mindestens 18 Jahre alt. Nach oben hin, so scheint es, sind keine Grenzen gesetzt. Der älteste Streckenposten im Verein ist immerhin 76. Bei einem Unfall, erklärt Mario Kirk, müssen Streckenposten drei Grundaufgaben abarbeiten: sichern und Flagge schwenken, den Unfall der Rennleitung melden und dann: helfen.

Entlohnt werden die ehrenamtlichen Sportwarte mit einer kleinen Tagespauschale. Viel wichtiger ist aber, betont Mario Kirk: "Man ist hautnah an der Strecke, näher geht nicht." Am 2. April findet auf dem Lausitzring eine Ausbildung zum Sportwart der Streckensicherung statt. Wer Interesse hat, könne sich gern melden.

Zum Thema:
Der Sportwarteverein am Lausitzring sucht für diese Saison noch ehrenamtliche Streckenposten. Die Ausbildung hierfür findet am 2. April vor Ort statt. Interessenten müssen mindestens 18 Jahre alt, in guter physischer Verfassung und motorsportbegeistert sein. Der Sportleiter im Verein, Mario Kirk, nimmt Anfragen unter Telefon 0151 18868522 entgegen.