| 02:43 Uhr

Mitten im einstigen Tagebau steigt das Straßenfest

Hobbydichterin Helga Holz überbringt den Ortsvorstehern Dietmar Woznica (M.) und Michael Thieme ein Gedicht zum Straßenfest.
Hobbydichterin Helga Holz überbringt den Ortsvorstehern Dietmar Woznica (M.) und Michael Thieme ein Gedicht zum Straßenfest. FOTO: Konzag
Klettwitz/Kostebrau. Dunkle Gewitterwolken haben am Freitagabend einen Bogen um die Hochkippe gemacht, auf der sich zur selben Zeit weit mehr als 100 Gäste aus Klettwitz, Kostebrau und Umgebung zum 8. Straßenfest trafen. red/br

Die Ortsbeiräte von Klettwitz und Kostebrau hatten dazu an die gemeinsame Gemarkungsgrenze eingeladen.

"Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Fest mitten im früheren Tagebau hatten unsere Sportvereine", erinnerte der Klettwitzer Ortsvorsteher Dietmar Woznica. "Die Ortsbeiräte haben den sprichwörtlichen Ball gern aufgenommen", so sein Kostebrauer Amtskollege Michael Thieme, "und so haben wir hier inzwischen eine kleine Tradition, die hoffentlich noch lange währt", heißt es in der Pressemitteilung der Gemeindeverwaltung Schipkau.

Die Ortsvorsteher dankten dabei insbesondere der Ortsfeuerwehr Kostebrau, dem Sportverein VfB Klettwitz und weiteren Helfern für die tatkräftige Unterstützung. Während sich die Kameraden aus Kostebrau um die Getränke kümmerten, grillten die Sportler aus Klettwitz Bratwurst. "Hier gibt's leckere Bratwürste aus der Fleischerei Rietze an der Kostebrauer Straße in Klettwitz", so Ortsvorsteher Woznica schmunzelnd, "somit also Gegrilltes aus der Kostebrauer Straße für Kostebrauer Gäste."

Anhand von Karten und alten Fotos konnten sich die Gäste ein Bild von der früheren Chaussee zwischen beiden Orten machen, die Mitte der 1960er-Jahre durch den Braunkohlentagebau Klettwitz unterbrochen und später vollends beseitigt wurde.

Begriffe wie "Schlangenweg" oder "Klettwitzer Montanwerke" fielen. Immer wieder wurde in Richtung Norden gezeigt, wo in gut 150 Metern Abstand zur heutigen neuen Straße der frühere Straßenverlauf war. Lediglich am Horizont des Kostebrauer Oberdorfes "grüßen" bis heute noch die Kronen letzter Spitzpappeln der alten Straße. Die markanten Bäume säumten früher die gesamte Straße und sind so noch heute fest im Gedächtnis älterer Einwohner verankert.