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| 17:12 Uhr

Lausitzer Seenland
Mittelfristig kommt die Großgaststätte

Die Familien Lange und Kieschke stoßen auf die neue Rostlaube an.
Die Familien Lange und Kieschke stoßen auf die neue Rostlaube an. FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Im Lausitzer Seenland ist die Rostlaube neu eröffnet worden. Auf Dauer wird der kleine Imbisskiosk allerdings nicht ausreichen.

Die Feuertaufe habe die neue Rostlaube unterhalb des Rostigen Nagels bereits am langen Himmelfahrtswochenende bestanden, sagt Betreiber Steffen Philipp. „Allein am Brückentag zählten wir rund 400 zahlende Gäste. 240 Brat- und 140 Bockwürste wurden verkauft“, rechnet der Gastronom vor. Seit Monatsbeginn lädt die Rostlaube nach ihrem kompletten Neuaufbau wieder ins Herz des Lausitzer Seenlandes ein. Ihre Vorgängerin war im Jahr 2016 abgebrannt.

Eigentlich, so merkt Steffen Philipp, der gleichzeitig Ortsvorsteher von Sedlitz ist, an, gehöre unterhalb des Nagels eine Großgaststätte. Schließlich fahren neben unzähligen Radlern und Skatern tagtäglich ebenso Reisebusse vor. Bislang komme pro Tag ein Bus, im Sommer dürften es mehr werden. „Wir können alle Gäste innerhalb einer Viertelstunde bedienen“, sagt Philipp. Möglich werde dies durch Vorbestellungen seitens der jeweiligen Reiseunternehmen. „Aber spätestens wenn sowohl der Sornoer Kanal als auch der Sedlitzer See schiffbar sind, muss die gastronomische Kapazität am Rostigen Nagel erheblich erweitert werden“, stellt der Rostlauben-Betreiber klar. Bislang finden in seinem Domizil zwölf Gäste Platz. Ohnehin sei der Innenraum lediglich für den Schlechtwetter-Fall vorgesehen. Die meisten Besucher würden ihre Würste und Getränke draußen verzehren.

„Ich wünsche mir mittelfristig ebenfalls eine größere Gastronomie am Nagel“, resümiert auch Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland. Eine solche Lokalität müsse mindestens einer Reisebusgruppe, also rund 50 Personen, Platz bieten. Irgendwann kämen auch die Freizeitkapitäne hinzu. Der entsprechende Schiffsanleger im Sornoer Kanal existiert bereits. Dieser Überleiter verbindet den Geierswalder mit dem Sedlitzer See. Letzterer ist nach Angaben der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) erst zur Hälfte gefüllt. Mit dem Flutungsende sei nicht vor dem Jahr 2022 zu rechnen. Eher komme ohnehin kein Schiff und kein Boot zum Rostigen Nagel und zur Rostlaube.

Nach Angaben der Seenland-Touristiker gibt es in der Landschaft im Wandel einen riesigen gastronomischen Bedarf. „Das einzige Gewässer, an dem dieses Angebot ausreicht, ist der Senftenberger See“, resümiert Kathrin Winkler. Am Bärwalder See sei die Entwicklung ebenfalls erfolgversprechend. Doch gerade, was den Partwitzer und den Sedlitzer See betrifft, gebe es noch erhebliche Potenziale. Immerhin existieren seit Kurzem in Lieske, am Nordufer des Sedlitzer Sees, zwei Imbisse, einer auf dem neuen Parkplatz, der andere auf einem rekonstruierten Bauernhof. Und im benachbarten Partwitz haben sowohl der Partwitzer Hof als auch das Lokal Anker über den Winter 2017/2018 entsprechende Nachfolger gefunden.

Im Gegensatz zu ihrer hölzernen Vorgängerin ist die neue Rostlaube Stein auf Stein gebaut. Neben dem Imbiss- und Getränkeangebot gibt es auch sanitäre Einrichtungen, darunter eine behindertengerechte Toilette. Der namensgebende Rost spiegelt sich indes in den markanten Metallelementen wider, mit denen Abend für Abend die Fensterfront verschlossen wird. „Sie bestehen, ebenso wie der Rostige Nagel, aus Cortenstahl“, erläutert Esther Winkler vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB). Der LSB als Bauherr und Eigentümer verspreche sich davon nicht nur eine optische Aufwertung, sondern ebenso einen wirksamen Schutz gegen Vandalen. Architekt der Laube ist der Münchener Stefan Giers. Er hatte bereits den Aussichtsturm konzipiert. LSB-Angaben zufolge belaufen sich die Kosten für die neue Rostlaube inklusive Abriss ihrer Vorgängerin auf rund 240 000 Euro.

Die Besucher sind vom Imbiss begeistert. Beispielsweise Ralf und Elli Lange aus Sedlitz. „Wir können die Rostlaube weiterempfehlen. Das Essen schmeckt, und der Service ist prima.“ Ins gleiche Horn stößt auch Petra Kieschke aus Großräschen: „Hier gibt es alles, was man als Tourist so braucht.“