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| 14:01 Uhr

Großputz in Großräschen
Mit vereinten Kräften gegen den Winterdreck

Treffpunkt Nordstadt-Baracke: Jugendliche Hobby-Biker lassen sich von Marc Räder (l.) und im Beisein von Quartiers-Managerin Karin Krüger (r.) erklären, welche Standorte sich für einen städtischen Mountainbike-Parcours eignen. Anschließend ging es zum Frühjahrsputz in den angrenzenden Stadtwald.
Treffpunkt Nordstadt-Baracke: Jugendliche Hobby-Biker lassen sich von Marc Räder (l.) und im Beisein von Quartiers-Managerin Karin Krüger (r.) erklären, welche Standorte sich für einen städtischen Mountainbike-Parcours eignen. Anschließend ging es zum Frühjahrsputz in den angrenzenden Stadtwald. FOTO: Uwe Hegewald
Frühjahrsputz als Gradmesser: Großräschener Biker-Parcours-Projekt besteht ersten Belastungstest. Von Uwe Hegewald

Eine Demonstration des Wollens ist Großräschener Jugendlichen beim kommunalen Frühjahrsputz gelungen. Mit Gleichgesinnten machten sich die Teenager im Stadtwald zwischen Seniorentreff und der Awo-Kita „Spatzennest“ nützlich. Quartiersmanagerin Karin Krüger kennt die Hintergründe des außergewöhnlichen Tatendrangs, wird Heranwachsenden doch allzu oft nachgesagt, dass diese am Wochenende nicht vor 11 Uhr aus den Federn zu bekommen sind. „Die Jungs sind mit der Bitte an die Stadt herangetreten, im Ort einen Mountainbike-Parcours zu errichten. Da sie diesen selbst ausarbeiten, mitgestalten und pflegen wollen, galt es herauszufinden, wie es um die Bereitschaft des Zupackens bestellt ist“, so Karin Krüger.

Den Test haben die Hobbybiker bestanden. „Wenn wir auf einer anspruchsvollen Mountainbike-Strecke fahren wollen, müssen wir jedes Mal bis nach Schipkau. Das sind pro Tour schlappe 13 bis 14 Kilometer“, schildert Till Hannemann (14) die aktuelle Situation. Kevin Last (14) sieht es sportlich: „Es geht geschmeidig durch den Wald und am Ziel nach kurzer Futterpause auf die Strecke.“

Genau genommen sind es mit einem BMX-Parcours, einer Downhill-Strecke und der Müllkippe drei Strecken, die in Schipkau befahren werden können und die von der Gemeinde stillschweigend geduldet werden. So eine Anlage müssten wir in Großräschen haben, sagten sich die Freizeit-Biker und brachten neben ihren Rädern auch den sprichwörtlichen Stein ins Rollen. Gemeinsam mit der „Soziale Stadt“-Quartiersmanagerin Karin Krüger und Marc Räder vom Verein „Schlupfwinkel“ wurden Ideen gebündelt und Strategien entwickelt, um sich Gehör für das ambitionierte Projekt zu verschaffen. „Hut ab vor den Jugendlichen. Mit dem Vorstellen ihrer Pläne gelang ihnen auf der Sitzung des Verfügungsfond-Beirates eine Punktlandung. Die haben sich wirklich tapfer geschlagen“, würdigt Karin Krüger. Auch hatten sie den Mut, beim ersten Bürgertreffen in der Großräschener Nordstadt, im September vorigen Jahres, gegenüber Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) ihre Wünsche vorzutragen. „In Schipkau werden wir akzeptiert. Das liegt auch daran, dass dort einige Klassenkameraden wohnen, die dort auch mit ihren Rädern Runden drehen“, verweist Till Hannemann auf funktionierende, interkommunale Zusammenarbeit. „Schipkau lohnt sich aber nur an Wochenenden oder in den Ferien. Nach der Schule ist die Zeit zu knapp“, führt Jeremy „Jerry“ Frackowiak Gründe eines eigenen Biker-Parks an.

Marc Räder macht den Freizeitbikern im Alter von 12 bis 15 Jahren leise Hoffnung. So habe die Stadt drei kommunale Waldgebiete ins Gespräch gebracht, die sich für einen Parcours eignen könnten. „Wir werden uns die drei Flächen gemeinsam anschauen und zeitnah eine Entscheidung treffen“, kündigt er an. Neben einem Areal in der Nähe des Lehrbauhofes und dem alten Großräschener Rodelberg, die ein entsprechendes Relief bieten, stehe auch die Fläche zwischen Seniorentreff und dem „Spatzennest“ zur Diskussion. Dort sammelten die Teenager Müll auf und hielten Ausschau nach Bruchholz, das sich eventuell für den Bau des Biker-Parcours verwenden lässt.