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| 02:43 Uhr

Mit Bach und Beethoven wird die Jury beeindruckt

Musikpädagogin Urte Schütz mit ihren Wettbewerbsteilnehmern Rosalie-Annafee Mücklausch und Marcel Bergmann sowie weiteren "Schützlingen". Die stolzen Mutter im Hintergrund warten geduldig.
Musikpädagogin Urte Schütz mit ihren Wettbewerbsteilnehmern Rosalie-Annafee Mücklausch und Marcel Bergmann sowie weiteren "Schützlingen". Die stolzen Mutter im Hintergrund warten geduldig. FOTO: Feller
Großräschen. Seit Donnerstag zeigen 356 Musikschüler aus dem Landessüden beim Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" in Senftenberg, was sie gelernt haben. Die meisten, aber nicht alle kommen aus den staatlichen Musikschulen. Manfred Feller

Soweit Ulrich Stein, Bereichsleiter der OSL-Musikschule, weiß, entsendet aktuell allein die Musikpädagogin Urte Schütz aus Großräschen Teilnehmer, die Privatunterricht nehmen. "Jugend musiziert ist für alle offen. Wir machen das nicht für die Schulen sondern für die Kinder", lädt er alle Talente ein. Ein Wettbewerb motiviere die Kinder und Jugendlichen zusätzlich.

Marcel Bergmann aus Freienhufen kann davon ein Lied singen oder besser, auf dem Klavier spielen. Und wie! Der 13-Jährige Siebtklässler am Senftenberger Gymnasium greift in die Tasten des E-Pianos, dass es eine wahre Freude ist. Deshalb hat Musikpädagogin Urte Schütz aus Großrä- schen den talentierten Schüler eingeladen, an Jugend musiziert teilzunehmen - nach 2014 zum zweiten Mal. Seinerzeit erreichte er einen 2. Preis.

Mit sechs Jahren hat er zunächst das Akkordeonspiel erlernt. Als das Instrument zu schwer wurde, ist er auf das Klavier umgestiegen. Wöchentlich eine halbe Stunde Unterricht und tägliches Üben zu Hause sind sein freiwilliges auferlegtes Pensum. "Er war schon immer musikalisch", sagt seine Mutter Anett. Vier Stücke aus vier Epochen hat Marcel für den Wettbewerb vorbereitet: von Bach (Barock), Beethoven (Klassik), Chopin (Romantik) und etwas Modernes.

Landeswettbewerb wäre schön

Noch hat es kein Schüler von Urte Schütz eine Stufe weiter, zum Landeswettbewerb, geschafft. Vielleicht wird es Marcel sein. Oder Rosalie-Annafee Mücklausch aus Wormlage. Die zehnjährige Grundschülerin nimmt seit zwei Jahren privaten Klavierunterricht. "Ich wollte es selbst", sagt sie, nachdem sie das große Instrument bei ihrer Oma gesehen hatte. "Musik kann nie schaden. Sie ist ohnehin eine sehr gute Schülerin", ist ihre Mutti Josephine Mücklausch natürlich stolz auf die Tochter. Sie selbst hatte einst ein wenig Gitarre gelernt. Rosalie-Annafee tritt ebenfalls beim Solowettbewerb an und wird drei Lieder spielen.

Pädagogin Urte Schütz hatte einst selbst ihre Begabung entdeckt - ab dem neunten Lebensjahr im Privatunterricht und sich dann an der kreislichen Musikschule weiterentwickelt. Dies lief so gut, dass sie später an der damaligen Hochschule Lausitz in Cottbus Musikpädagogik studiert hat. Im Hauptfach Akkordeon sowie musikalische Früherziehung und im Beifach Klavier. Seit 2003 gibt sie, weil sie keine Anstellung gefunden hatte, privaten Unterricht in Großräschen. Zunächst hatte ihr die evangelische Kirchengemeinde einen Raum zur Verfügung gestellt. Mit lediglich drei Schülern ging es los. "Einer ist noch heute dabei", sagt sie. Seit fünf Jahren unterrichtet sie an der Freienhufener Straße. Mittlerweile kommen täglich zehn Schüler. Insgesamt sind es 40, darunter zwei Erwachsene. Es gibt sogar einen Rollenwechsel. "Die älteste Schülerin am Klavier ist meine ehemalige Kunstlehrerin", schmunzelt Urte Schütz. "Ich unterrichte gern Erwachsene. Die entscheiden sich noch bewusster."

Weite Wege für den Unterricht

Den Nachmittag haben die Kinder und Jugendlichen besetzt. Frei seien nur noch die Mittagszeit und der frühe Abend. Die Eltern und Großeltern der jungen Musikschüler scheuen weite Wege nicht. Sie reisen extra auch aus Dörrwalde, Barzig, Woschkow, Altdöbern und Welzow an. Die Unterrichtskosten ähneln denen der Musikschule, heißt es.

Zu jenen, die bei Jugend musiziert bereits erfolgreich waren, gehört Martin Sauer (12). Der Sechstklässler aus Großräschen lernt seit mehr als acht Jahren Akkordeon. 2013 und 2016 errang er jeweils einen 1. Preis. Mittlerweile beherrscht er dank seiner Eltern ein eigenes großes, preisintensives Instrument. Seine Mutter Liane Treki ist selbst musikalisch, spielte früher Gitarre und Schlagzeug und dann ein wenig Gitarre.

Musikschülerin Josephine Matschke (8) aus Großräschen gewann 2015 am Klavier einen 2. Preis. Sie spielte vierhändig mit ihrer kleinen Schwester Annabell. Oma Karin Matschke fährt ihre Enkel gern zum Unterricht: "Ich habe viel Freude daran, wenn die beiden üben."

Zu den jüngsten Musikschülern gehört Helene Sophie Büchner aus Großräschen. Die Fünfjährige lernt seit einem Jahr das Klavierspiel. Sie sei bereits besser als ihre Mutti Sandra Büchner, die gern selbst das Klavierspiel richtig erlernt hätte. Helene Sophie ist bereits so gut, dass sie dem Weihnachtsmann etwas vorspielen konnte.