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Minister gibt grünes Licht für Mammutklasse

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Lauchhammer. Lauchhammeraner Elternprotest und Protestnote der Stadtverordnetenversammlung sind vom Winde verweht. Unzumutbare Lernsituation an Waldschule bleibt unangetastet. 30 Abc-Schützen in einer Klasse. Andrea Budich

Der Einschulungstag steht bevor, die Zuckertüten sind befüllt, die Ranzen gekauft. Doch bei den Eltern der aufgeregten Abc-Schützen, die künftig in der Waldschule die Schulbank drücken, will keine Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt ihres Nachwuchses aufkommen. "Wir sind von der Politik zutiefst enttäuscht und fühlen uns verschaukelt", bestätigt Vater Henry Tschacher im Namen der Elterninitiative.

Keiner der Mütter und Väter, die sich schon im Mai zusammenschlossen, hat damit gerechnet, dass ihre Kritik bezüglich der unzumutbaren Lernsituation für die Erstklässler am Ende auf taube Ohren stößt.

Ins Feld gezogen waren die besorgten Eltern gegen die vom Staatlichen Schulamt Cottbus geplante Klassenbildung mit 30 Erstklässern an der Waldschule. Diese Situation halten die Eltern für unzumutbar - zumal die Gesamtkapazität der Schule und die Schülerzahlen eine Klassenbildung von zwei Eingangsklassen zugelassen hätten. Eltern, die Stadt Lauchhammer als Schulträgerin und das Stadtparlament haben diese Entscheidung des Schulamtes auch öffentlich auf das Schärfste kritisiert. Es gab eine große Aussprache mit Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos) und der zuständigen Schulrätin Dagmar Kittel. Bundes- und Landeselternrat wurden einbezogen. Lauchhammers Stadtverordnete verabschiedeten sogar eine gemeinsame Protestnote an Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske als klares Signal der Unzufriedenheit.

Die Ernüchterung flatterte in Form eines Antwortschreibens mitten in den Sommerferien Ende Juli ins Rathaus. Darin heißt es: "Das Staatliche Schulamt Cottbus hat verantwortungsvoll die Ermessensspielräume gemäß Nr. 1 und 2 der Verwaltungsverordnung Unterrichtsorganisation unter Berücksichtigung der regionalen Gegebenheiten umgesetzt". Was im Klartext soviel heißt, dass es bei der Entscheidung des Schulamtes bleibt und es ab 2. September dementsprechend nur eine erste Klasse an der Waldschule geben wird.

Mit dem Machtwort des Ministers zeigt sich Lauchhammers Fachbereichsleiterin Bildung, Manuela von Schroedel-Siemau, gleichfalls sehr unzufrieden. "Die Stadt bedauert es, muss aber die Entscheidung so akzeptieren", sagt sie auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Aus rechtlicher Sicht gebe es auch keine Möglichkeit, dass die Stadt Lauchhammer weitere Schritte dagegen einleitet, erklärt sie. Rechtsmittel, so die Fachbereichsleiterin, könnten nur noch die Eltern einlegen, die einen Ablehnungsbescheid für die Waldschule erhalten hatten.