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| 17:42 Uhr

Naturphänomen
Experte beobachtet Mini-Tornado bei Kroppen

 Hier reicht der relativ zerfranzte Tornado bei Kroppen bis zum Erdboden.
Hier reicht der relativ zerfranzte Tornado bei Kroppen bis zum Erdboden. FOTO: Bernd März/Extremwetter
Kroppen/Ortrand. Seltenes Wetterereignis in der Lausitz: Zwischen Kroppen und Jannowitz wurde ein Mini-Tornado gesichtet. Viele Anwohner haben davon allerdings nichts mitbekommen. Ein Wetterexperte war jedoch mit der Kamera dabei. Von Torsten Richter-Zippack

Ein Mini-Tornado ist am späten Sonnabendnachmittag zwischen Kroppen und Jannowitz gesichtet worden. Der zertifizierte Unwetterwarner Bernd März hat das Naturphänomen von Ortrand aus beobachtet und gefilmt.

„An der Ortrander Tankstelle habe ich die rotierende Front gesichtet. Der Trichter des dabei entstandenen schwachen Tornados muss den Erdboden berührt haben. Er war rund 30 Sekunden zu sehen. Ich habe wegen diesem für die Region außergewöhnlichen Ereignis gleich vor Ort eine Unwettermeldung abgegeben“, berichtet der Erzgebirgler. Tatsächlich ist das Spektakel bereits Stunden später im Internet unter www.extremwetter.tv zu sehen gewesen.

RUNDSCHAU-Wetterbeobachter Rudolf Kupfer hatte aufgrund dieser Meldung zeitnah die Gegend zwischen Kroppen und Jannowitz in Augenschein genommen. „Ich bin nur auf der Straße entlanggefahren, aber von Tornadospuren war nichts zu sehen.“

Der Lindenauer bescheinigt aber für den Sonnabendnachmittag Gewitter über dem Amt Ortrand. Während in Lindenau lediglich fünf Liter Niederschlag pro Quadratmeter vom Himmel kamen, waren es in Kroppen 20 Liter.

Kroppener Bürgermeister hat von Tornado nichts mitbekommen

Der Kroppener Bürgermeister Reiner Krämer hat von einem Tornado ebenfalls nichts mitbekommen. „Dabei wohne ich unweit des Ortsausgangs in Richtung Jannowitz.“ Allerdings habe es für eine halbe Stunde stark geregnet. Einen Feuerwehreinsatz gab es diesbezüglich allerdings nicht, sagt Krämer.

Auch der Ortrander Amtsdirektor Kersten Sickert resümiert, dass zumindest bis Montagmittag keine wetterbedingten Schadensmeldungen in seiner Behörde eingegangen waren. Aus seinem Bekanntenkreis weiß Sickert, dass das Unwetter auch von Lauchhammer aus gut zu sehen gewesen sein soll.

In der Region können durchaus Tornados vorkommen. Am Pfingstmontag 2010 hatte eine solche Serie im nur knapp 20 Kilometer von Ortrand entfernten Großenhain eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Dabei war unter anderem ein rund 100 Meter hoher Fabrikschornstein eingestürzt.