Anderthalb Millionen Euro am Haken - da schlottern auch einem gestandenen Projektleiter wie Mike Bannert die Knie. Wenngleich der Siemens-Spezialist für die Montage von medizinischen Großgeräten von Baustelle zu Baustelle reist, ist jeder Einbau immer ein ganz besonderer Nervenkitzel. "Am Krankenhaus Lauchhammer war alles super vorbereitet", spart der Projektleiter nicht mit Lob für Dirk Drews, den Bauleiter des Klinikums Niederlausitz. Zweieinhalb Monate lang hat er mit seinem Team dafür gesorgt, dass zum Countdown am Dienstagmorgen alles glatt verlief.

Der Magnet-Resonanz-Tomograf (MRT) war zunächst von einem Schwerlastkran bis zur Tür der Notaufnahme gehoben worden. Von dort aus wurde die Untersuchungsröhre von einem Expertenteam auf den Millimeter genau an ihrem endgültigen Standort platziert. Die Montage soll noch in dieser Woche abgeschlossen werden. Danach erfolgt die Feinjustierung mit allen technisch erforderlichen Programmen. Ab 22. Mai geht das neue MRT-Gerät in Betrieb.

Spannend bis zum Schluss war die Aktion, weil ursprünglich vorgesehen war, das Therapiebad im Kellergeschoss für den Einbau des Schwergewichts darüber zusätzlich abzustützen. Auch das Wasser war schon abgelassen. "Wir haben die Statik-Unterlagen in letzter Minute gefunden und konnten Entwarnung geben", erklärt Dirk Drews. Die Baustelle gleich neben dem Röntgenraum war zudem für Patienten und Mitarbeiter eine Herausforderung. "Eine Staubschutzwand und ein Sichtschutz haben uns abgeschottet", erzählt die Radiologie-Assistentin Denise Weber. Während Projektleiter Mike Bannert am Dienstag im Nachbarraum mit dem MRT-Gerät zirkuliert, röntgt sie die Lunge einer Patientin.

Mit dem Kauf des zweiten MRT-Gerätes soll sich am Klinikum die Wartezeit auf einen Untersuchungstermin verkürzen. Das Senftenberger MRT ist voll ausgelastet. Es gibt Wartezeiten bis zu einem Vierteljahr. Entfallen werden künftig auch die Transporte zum MRT nach Senftenberg.