Von Jan Augustin

15 Jahre nach der grundhaften Sanierung des Friedrich-Engels-Gymnasium muss die Senftenberger Schule erneut umfassend renoviert werden. Hauptgründe sollen die intensive Nutzung und die fortschreitende technische Entwicklung sein, erläutert die zuständige Sachgebietsleiterin beim Landkreis, Christine Paulan. Sie sagt aber auch: „Aus heutiger Sicht könnten einzelne Entscheidungen von damals anders getroffen werden.“ So werde jetzt überlegt, die damals von Architekten geplanten offenen Bugflächen zugunsten zusätzlicher Räume zu schließen, Nutzungen anders zu strukturieren, Funktionen neu zuzuordnen. „Das hat nichts mit Fehlern zu tun, sondern mit neuen Anforderungen und Erfahrungen“, betont Christine Paulan. Das Objekt sei hochfrequentiert und werde auch in den Abendstunden und teilweise an Wochenenden genutzt.

Auch Landrat Siegurd Heinze (parteilos) will nicht von Fehlern sprechen. „Mängel oder auch Kritik“ seien ihm nicht in Erinnerung. „Es war, ist und bleibt ein DDR-Bestandsbau, der nur saniert beziehungsweise modernisiert werden kann.“ Konsequent wäre ein Neubau, der zwischen 20 und 30 Millionen Euro kosten würde. Geld, das der Kreis auch heute nicht habe.

Nachdem seit dem vergangenen Jahr die Außenanlagen saniert werden und sich auf der Zielgeraden befinden, laufen jetzt die Planungen für den Innenbereich auf Hochtouren. „Ziel ist es, im zweiten Quartal die Entwurfsplanung abzuschließen, danach ist ein Bauantrag einzureichen“, erklärt Christine Paulan. Bis Ende 2022 müssen die Bauarbeiten gemäß Förderprogramm abgeschlossen sein. „Die besondere Herausforderung besteht darin, weiterhin den laufenden Schulbetrieb abzusichern“, sagt Paulan. Dem Landkreis als Träger des Gymnasiums stehen fast 3,7 Millionen Euro zur Verfügung. Zehn Prozent zahlt er selbst, der Rest stammt wieder aus dem Kommunalinvestitionsgesetz.

Erheblicher Renovierungsbedarf besteht an etlichen Stellen im Haus. So müssen etwa mehrere Fenster und Türen repariert und ausgetauscht werden. Auch die Wände und das Dach brauchen eine Frischekur. Verschlissene Heizkörper müssen ausgetauscht, Sonnenschutzanlagen erweitert werden. „Eine Notfallalarmierung wird gefordert, und die Vorrichtungen für den baulichen Brandschutz sind dem neu zu erstellenden Brandschutzkonzept anzupassen. Die barrierefreie Zugänglichkeit des Hauses soll durch den Einbau eines Fahrstuhles verbessert werden, der derzeit vorhandene Treppenlift ist nicht mehr zeitgemäߓ, zählt Christine Paulan weiter auf.

Des Weiteren stünden dringende nutzerspezifische Anforderungen immer wieder im Fokus. „Schüler mit Gesundheitseinschränkungen stellen neue Anforderungen an die Schule, die Akustik ist zu verbessern“, erläutert Paulan. Die Arbeit an Projekten und in Leistungskursen verändere ebenfalls den Raumbedarf und die technische Ausstattung. Deshalb soll besonderes Augenmerk auf eine zukunftsfähige Daten- und Medieninstallation gerichtet werden, soweit die Ausstattung aus diesem Programm förderfähig ist.

Ziel sei es, die Schule fit zu machen für die Unterrichtsanforderungen der kommenden Jahre. „Die Gebäudetechnik soll auf den aktuellen Stand gebracht und der Komfort für die Nutzer erhöht werden“, sagt Christine Paulan. Etwa 700 Schüler der Klassen 5 bis 12 werden im Engels-Gymnasium unterrichtet.