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Milder Winter bringt mehr Gespinstmotten

Dieses Werk der Gespinstmotten steht an der Verbindungsstraße Tettau-Lindenau
Dieses Werk der Gespinstmotten steht an der Verbindungsstraße Tettau-Lindenau FOTO: Anett Fiedler
Tettau/Lindenau. An der Verbindungsstraße zwischen Tettau und Lindenau (OSL) hat Leserin Anett Fiedler dieses Naturschauspiel gefunden. Es handelt sich um Gespinstmotten, nicht die einzigen in der Region. bob

"Die Gespinstmotten sind in Brandenburg relativ häufig", erklärt Axel Heinzel-Berndt, Naturschutzreferent beim Nabu Brandenburg. "Die Gespinste werden durch die Larven zwischen kahlgefressenen Zweigen im Mai und Juni gebildet." Die Raupen der Gespinstmotte fressen die Blätter befallener Pflanzen vollständig ab und überziehen Stämme, Äste und Zweige komplett mit dem Gespinst. Den seidigen ‚Schleier‘ spinnen die kleinen Raupen, um sich vor Fressfeinden wie Vögeln oder Witterungseinflüssen wie Regen zu schützen. Dann wandern sie zum Fuß des Baumes, wo sie sich im Schutz des Gespinstes verpuppen.

Heinzel-Berndt rechnet mit einer weiteren Ausbreitung der Gespinstmotten in den kommenden Wochen. "Durch den milden, feuchten Winter und den kühlen April könnte es sein, dass die Gespinstmotten in diesem Jahr etwas geballter auftreten als in anderen Jahren." Hinzu komme, dass die natürlichen Feinde wie Schlupfwespen, Wildbienen, aber auch Vögel in der Region seltener werden.

Sorgen machen müssen sich Lausitzer nicht. "Die Gespinstmotten sind harmlos", so Heinzel-Berndt. Die Motte dürfe nicht mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt werden, von dem Gesundheitsgefahren ausgehen können.

Beim Befall im eigenen Kleingarten helfe oft schon das Abspritzen mit dem Gartenschlauch. "In der freien Landschaft sterben die Bäume auch dann nicht ab, wenn fast alle Blätter abgefressen wurden", so Heinzel-Berndt.