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Milder Dezember lässt den Arbeitsmarkt nur leicht frösteln

Senftenberg. Die Anzahl der gemeldeten Arbeitslosen ist winterbedingt im Monat Dezember um 215 auf 4434 Personen angewachsen. Dies ist für den Bereich der Arbeitsagentur Senftenberg der niedrigste Wert zum Jahresende seit Anfang der 1990er-Jahre. Manfred Feller

Im Dezember 2015 waren in der Geschäftsstelle Senftenberg der Agentur für Arbeit noch mehr als 5000 Frauen und Männer als arbeitslos registriert. Die Quote lag bei 12,4 Prozent, nunmehr bei 11,0 Prozent. Senftenberg liegt damit im Agenturbezirk Cottbus nur knapp vor dem Letzten, der Agentur Forst mit 11,1 Prozent, an vorletzter Stelle. Guben und Finsterwalde sind mit 10,8 Prozent aber nicht weit vorausgeeilt. In Lübbenau, dem Norden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, beträgt die Quote 8,9 Prozent.

Im Dezember haben sich nach Angaben von Agenturleiter Lars Albrecht im OSL-Süden 855 Personen neu arbeitslos gemeldet. Sie kommen unter anderem aus der Érwerbstätigkeit (360) sowie aus der Ausbildung und Qualifizierung (148). Darunter sind mit 89 auch viele junge Leute bis zu einem Alter von 25 Jahren.

Aus der Arbeitslosenstatik im Dezember "herausgefallen" sind 646 Frauen und Männer. Nur 144 von ihnen konnten eine neue Tätigkeit aufnehmen. Andere haben zum Beispiel mit Ausbildungsmaßnahmen begonnen.

Der Anteil der Langzeitarbeitslosen liegt unverändert bei 51,8 Prozent. Dahinter stehen - leicht sinkend - 2295 Personen. Männer sind unter allen Arbeitslosen mit einem Anteil von 54,6 Prozent nach wie vor höher betroffen als Frauen. Deren absolute Anzahl ist im Dezember ebenso leicht angestiegen wie bei den bis zu 25-Jährigen (auf 149) und den Schwerbehinderten (auf 216). 43,4 Prozent aller Arbeitslosen sind 50 Jahre und älter. Die Anzahl der arbeitsberechtigten, aber arbeitslosen Ausländer beträgt unverändert 176.

Aktuell sind im Agenturbereich Senftenberg 615 freie Arbeitsstellen gemeldet. Das ist weniger als in den Monaten zuvor. Zuletzt haben die Städte des Regionalen Wachstumskerns Westlausitz (RWK) und die Arbeitsagentur durch Rückkehrertage versucht, Fachkräfte zum Umzug in die alte Heimat zu bewegen, um freie Stellen besetzen zu können. Im gesamten Jahr 2016 hatten Firmen nicht weniger als 2341 freie Stellen bei der Agentur angezeigt - und dies neben anderen Vermittlungswegen, wie der Tageszeitung und dem Internet.

Schwer zu besetzende Stellen haben, weil die ausgebildeten Kräfte fehlen, laut Lars Albrecht zum Beispiel die Bereiche Elek- tro, Sanitär/Heizung/Klima, Altenpflege, Therapie, Hotel/Gaststätten, Friseur, Kosmetik, Zahntechnik, Informatik und Metall.

Die Arbeitslosenquote im OSL-Süden hat sich fast konstant positiv entwickelt. Im Dezember 2009 waren 7420 Menschen ohne Arbeit (Quote: 16,6 Prozent). Damals hieß es, dass die Lübbener Quote von 9,9 Prozent unerreichbar scheint. Heute sind es 4434 Menschen beziehungsweise 11,0 Prozent - und das im Winter!

6591 arbeitslose Personen sind es bei einer Quote von 15,1 Prozent im Dezember 2011 gewesen. Ein weiterer Schritt war im Dezember 2013 mit 6076 Arbeitslosen und einer Quote von 14,5 Prozent getan. Hauptursachen für den Rückgang sind laut der Agentur Arbeitsaufnahme, Renteneintritt, Wegzug sowie Umschulung und Weiterbildung.