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| 15:28 Uhr

Ein Festtag für Meuro
Schmuckstück aus Samt für Meuros Wehr

 Bei einem kleinen Umzug von der alten Schule zur Feuerwehr wurde die noch eingerollte neue Fahne den Meuroern erstmals präsentiert.
Bei einem kleinen Umzug von der alten Schule zur Feuerwehr wurde die noch eingerollte neue Fahne den Meuroern erstmals präsentiert. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Meuro. Dieser Sonnabend dürfte in die Dorfchronik eingehen: Meuro hat eine neue Dorfmitte samt Festplatz, ein neues Feuerwehr-Gerätehaus und eine neue Feuerwehr-Fahne. Ein Ehrenplatz ist dem Unikat bereits sicher. Von Torsten Richter-Zippack

Ganz Meuro ist aus dem Häuschen. Denn an diesem historischen 7. September 2019 wird nicht nur der Feuerwehranbau an das alte Gerätehaus eingeweiht. Und auch nicht nur die neue Dorfmitte anstelle des abgerissenen Konsums in Besitz genommen. An diesem ehrwürdigen Tag nehmen die Kameraden der örtlichen Feuerwehr auch ihre neue Fahne in Empfang.

„Die entsprechende Symbolik haben wir uns selbst ausgedacht“, erklärt Daniel Noatnick, der bereits seit anderthalb Jahrzehnten als Ortswehrführer im rund 800 Einwohner zählenden Dorf fungiert. „Unser Gründungsjahr 1913 ist ebenso enthalten wie das typische Feuerwehrsymbol mit dem Helm und der Axt“, erklärt der Kamerad.

 Feierlicher Moment für alle Meuroer: Die Annahütter Wehr mit ihrer Fahne ist Pate für die Weihe der neuen Meuroer Feuerwehr-Flagge.
Feierlicher Moment für alle Meuroer: Die Annahütter Wehr mit ihrer Fahne ist Pate für die Weihe der neuen Meuroer Feuerwehr-Flagge. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Die Fahne, geweiht von Hans-Dieter Unkenstein, Ehrenmitglied des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg, werde, so kündigt Daniel Noatnick an, einen Ehrenplatz im neuen Schulungsraum erhalten. „Wir wollen das gute Stück so oft wie möglich der Öffentlichkeit präsentieren, beispielsweise während des Tages der offenen Tür.“

Rund 3000 Euro haben die Meuroer in das im erzgebirgischen Eibenstock gefertigte Unikat investiert. Erst im Frühjahr gab es dafür 1500 Euro von der Sparkasse Niederlausitz im Rahmen der PS-Lotterie. Drei Monate mussten sich die Kameraden gedulden, ehe die samtene Fahne vollendet war.

„Früher haben sich die Feuerwehrleute unter ihrer Fahne versammelt, bevor es zum Einsatz ging“, weiß Hans-Dieter Unkenstein. Und noch bis heute solle sie für Kameradschaft und Einigkeit sorgen, sagt der Finsterwalder weiter.

Dabei haben die Meuroer bereits eine Fahne. „Es handelt sich um ein Exemplar aus DDR-Zeiten, das zu Wettbewerben Verwendung fand“, erinnert sich Ortswehrführer Noatnick. Allerdings sei dieses Exemplar inzwischen in die Jahre gekommen und nicht mehr ganz in Ordnung. „Daher haben wir uns für die neue Fahne entschieden“, begründet Noatnick.

Insgesamt 40 Kameraden, darunter 15 aktive, zählt die Meuroer Feuerwehr derzeit. In diesem Jahr mussten die Männer und Frauen bereits zu 16 Einsätzen ausrücken. Zum Vergleich: Von Januar bis Anfang September 2018 waren es 26 Einsätze. Neben der Fahne haben die Feuerwehrleute zeitgleich ihren nagelneuen Anbau an das alte Gerätehaus aus dem Jahr 1934 im Empfang genommen. „Dort war das Dach kaputt, und in den Schlauchturm hat es hineingeregnet“, sagt Daniel Noatnick. Jetzt stehen eine ausreichend große Fahrzeughalle mit Absauganlage, zeitgemäße Duschen, eine Umkleide sowie ein moderner Schulungsraum zur Verfügung.

„Die Gemeinde Schipkau hat dafür rund 620 000 Euro investiert“, rechnet Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) vor. Weit mehr als die Hälfte dieser Summe stammt aus Fördertöpfen. „Jetzt sind alle sechs Gerätehäuser in unserer Kommune saniert“, resümiert Prietzel. Doch die nächste Investition dürfte nicht lange auf sich warten lassen. „Die Drochower wollen entweder einen Anbau realisieren oder einen Dachausbau vornehmen. Sie benötigen mehr Platz für ihre Jugendfeuerwehr“, sagt Klaus Prietzel.

Und noch etwas wurmt die Drochower. „Sie sind die einzige Wehr in Schipkau, die noch keine eigene Fahne besitzt“, erklärt der Bürgermeister. Das solle sich mittelfristig ändern. Als Vorbild führt Prietzel die Senftenberger Wehren an. Bis auf wahrscheinlich eine Ausnahme verfügen in der Seestadt sämtliche Feuerwehren über eigene Fahnen.