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Meuroer Depot: zu eng, zu klein

Ortswehrführer Daniel Noatnick (r.) hat mit seinen Männern lautstark und entschlossen Alarm geschlagen und ist nach mehreren vergeblichen Anläufen jetzt erhört worden. Das zu kleine, zu enge und zu kalte Gerätehaus aus dem Jahr 1934 wird aus- und umgebaut.
Ortswehrführer Daniel Noatnick (r.) hat mit seinen Männern lautstark und entschlossen Alarm geschlagen und ist nach mehreren vergeblichen Anläufen jetzt erhört worden. Das zu kleine, zu enge und zu kalte Gerätehaus aus dem Jahr 1934 wird aus- und umgebaut. FOTO: Rasche/str1
Annahütte. Die Situation hat verdammt brenzlig gerochen: Das Meuroer Gerätehaus aus dem Jahr 1934 ist zu klein, zu eng und zu kalt. Wände und Dach sind ungedämmt, der Estrich bewegt sich, es zieht durch die Tore wie Hechtsuppe, Umkleide, Duschen und Abgas-Absauganlage gibt es nicht. Andrea Budich

Das Depot ist so eng, dass am Tragkraftspritzenfahrzeug erst die Spiegel eingeklappt werden müssen, bevor es mit Blaulicht zum Einsatz geht. Nach vielen Jahren des Vertröstetwerdens hatten die zehn Aktiven der Ortswehr öffentlich Alarm geschlagen und für einen nicht ungefährlichen Funkenflug zwischen den Meuroer Kameraden und der Gemeinde gesorgt. Selbiger konnte jetzt erfolgreich im Keim erstickt werden.

Nach langer Diskussion hat es zum Um- und Erweiterungsbau des betagten Depots bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung einen Grundsatzbschluss gegeben. Voraussetzung ist jedoch, dass eine Förderung zustande kommt. Die Kosten des Gesamtprojekts, zu dem auch Arbeiten im Umfeld des Gerätehauses zählen, werden auf knapp 600 000 Euro geschätzt.

Der miserable bauliche Zustand ist vom Schipkauer Bauamtsleiter Martin Konzag vor den Gemeindevertretern eingeräumt worden. Die von der Gemeinde beauftragten Untersuchungen hatten zudem ergeben, dass die bedarfsgerechte Erweiterung des Gerätehauses an der Klettwitzer Straße die wirtschaftlichste Variante darstellt. Zuvor waren auch ein Neubau an anderer Stelle oder ein Anbau an das Haus der Vereine am Dorfplatz geprüft worden. Auf dem Tisch lag außerdem die Stellungnahme eines Fachplanungsbüros. Auch dieses attestierte der Gemeinde Handlungsbedarf in Meuro.

Zahlen, Daten und Fakten lagen auch zur Ortswehr selbst vor. "Wir wissen, dass wir die Kameraden in Meuro brauchen. Wir müssen dort handeln", appellierte Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) an die Abgeordneten.

Bei Hans-Jürgen Fichte (CDU), dem Vorsitzenden des Bauausschusses, trifft dies auf offene Ohren. "Wir brauchen attraktive Einsatzbedingungen, um Bürger für das Ehrenamt in der Feuerwehr gewinnen zu können", so der Abgeordnete. Nachdenkliche Worte kommen von der Vorsitzenden des Finanzausschusses, Helga Sztehlo. "Unser Wille für das Projekt ist eindeutig da, aber die finanzielle Seite des Vorhabens wird uns noch beschäftigen", gibt sie zu bedenken. Der Finanzausschuss hatte schon zuvor angekündigt, dass sich die Gemeinde auf dieses Projekt konzentrieren muss, da die finanziellen Reserven begrenzt sind.

Das Schlusswort hatte Meuros Ortsvorsteher Frank Priemer. Er warb dafür, das Projekt zu starten, weil Meuros Gerätehaus am zentralsten im Großgemeindegebiet liegt.

Der Grundsatzbeschluss für einen Um- und Erweiterungsbau des Feuerwehrgerätehauses in Meuro für eine gute halbe Million Euro wurde am Ende einstimmig gefasst. Schipkaus Abgeordnete haben Bürgermeister Klaus Prietzel beauftragt, das weitere Verfahren jetzt zügig anzukurbeln.