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| 15:01 Uhr

Sedlitzer wehren sich gegen neue Straßennamen
Warum Argumente abprallen

Jan Augustin
Jan Augustin FOTO: Sebastian Schubert / LR
Es war die bisher mit Abstand emotionalste Diskussionsrunde in der Reihe „LR vor Ort“. Die von Senftenbergs Ratsrunde beschlossene Straßennamen-Umbenennung erhitzt weiter die Gemüter.

Ein Großteil der Sedlitzer sieht keine Notwendigkeit für neue Namen. Die von Bürgermeister Andreas Fredrich und dem IHK-Geschäftsstellenleiter Dan Hoffmann vorgetragenen und plausiblen Argumente prallten an den Sedlitzern ab. Beispiele von fehlgeleiteten Briefen oder verirrten Lkw-Fahrern blieben scheinbar ungehört - sie erhöhten eher noch das Streitlevel. Selbst die Warnung von Stadtwehrführer Frank Albin, der über Fälle von verspäteten Feuerwehr- und Rettungswagen berichtete, überzeugte in der Runde nicht wirklich. Aber warum schäumen die Sedlitzer so vor Wut? Ist es wirklich nur die Angst vor einem Identitätsverlust? Oder liegt es möglicherweise an der Art und Weise, wie die Verwaltung den Prozess vorantreibt und bei den Sedlitzern offenbar den Eindruck erweckt, übergangen zu werden? Dass in den Amtsstuben die bürokratische Finessen bereits beackert und konkrete Vorschläge ausgeschwitzt werden, ist ja an sich richtig. Diese Umbenennungs-Vorschläge aber bereits im Amtsblatt zu veröffentlichen, ohne zuvor einen Sedlitzer befragt zu haben, erinnert dann jedoch an den im Glashaus trampelnden Elefanten.