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| 10:23 Uhr

Kommentar
Nur das Gelbevom Ei

 Andrea Budich
Andrea Budich FOTO: Steffen Rasche
Ich bin ein bekennender Eierlikör-Fan. Die Frage, ob ein Eierlikör noch ein Eierlikör ist, wenn Milch drin ist, hat mich zugegebenermaßen bisher nicht vordergründig beschäftigt. Warum auch, wenn der süffige Likör schmeckt?

Ich bin ein bekennender Eierlikör-Fan. Die Frage, ob ein Eierlikör noch ein Eierlikör ist, wenn Milch drin ist, hat mich zugegebenermaßen bisher nicht vordergründig beschäftigt. Warum auch, wenn der süffige Likör schmeckt?

Zu den alten Lausitzer Familienrezepten gehört neben dem Bergmannsschnaps auch die Kondensmilch als wichtige Zutat. Die Europa-Richter haben die Zutatenliste neu zusammengestellt und auf exakt sechs Zutaten reduziert: Eigelb, Eiweiß, Alkohol, Zucker, Honig und Aromastoffe. Dass die MIlch  definitiv nicht in die Rührschüssel darf, ist wieder so eine schräge EU-Regel, die angeblich unseren Alltag regeln soll. Dabei ist der Eierlikör  bei der Regelungswut  nur ein kleines Licht. Gurken wird der Krümmungsgrad vorgeschrieben, Bananen die Länge und Dicke. Pizzen sogar die Höhe des Teigrandes. Zulässig, man höre und staune,  sind eine Toleranz von zehn Prozent bei den Maßen. Null Toleranz  hat die EU-Kommssion aber bisher bei der Milch im Eierlikör. Das Gelbe vom Ei dabei ist, dass die Not die Hersteller erfinderisch macht. Ob „Scharfes Gelb“ oder „Euerlikör“ - der Inhalt schmeckt, auch wenn nicht drauf stehen darf, was drin ist.