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| 21:52 Uhr

Kommentar
Geduld und faire Förderung

 Daniel Rossbach
Daniel Rossbach FOTO: lr / LR
Senftenberg. Dass sich nach OSL geflüchtete Neuankömmlinge wie Osama Mnzlawi selbstständig machen, ist eine Seltenheit. Das liegt daran, dass sie dazu besondere Hindernisse überwinden müssen. Von Daniel Roßbach

Wenn Geflüchtete in Deutschland eigene Existenzen aufbauen wollen, dann müssen dazu faire Voraussetzungen geschaffen werden, die ihnen das ermöglichen. Dazu gehört, die speziellen Herausforderungen, vor denen sie stehen, anzuerkennen. Es wäre auch für viele Menschen, die hier schon seit vielen Jahren in einem Beruf kompetent arbeiten, nicht einfach, die heute dazu vorausgesetzten Qualifizierungs-Zertifikate neu zu erwerben. Doch diese Anforderungen stellt sich Neuankömmlingen, deren Abschlüsse nicht anerkannt werden. Dazu kommt für Geflüchtete, dass sie diesen Prozess aus einer erschwerten Position beginnen, in der sie nicht nur Deutsch lernen müssen, sondern oft auch ein spezielles Fachvokabular. Es ist geradezu ironisch, dass eines der Hindernisse auf dem Weg zu selbstständigen Existenzgründungen ist, dass geflüchtete Menschen so schnell wie möglich eigenständig für ihren Lebensunterhalt sorgen möchten – und deshalb lieber sofort in weniger qualifizierten Jobs arbeiten als in ihren eigentlichen Berufen. Menschen wie Osama Mnzlawi waren in ihrer Heimat erfolgreich und haben großes Potenzial. Damit es ihnen gelingt, dieses auch hier zu nutzen, muss man ihnen die dafür nötige Zeit und Unterstützung geben.