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| 19:23 Uhr

Kommentar
Bund und Land sind dran

FOTO: Steffen Rasche
Lauchhammer. Die Bewohner des Pappelweges in Lauchhammer-Ost müssen um ihre Existenzen zittern. Unterstützung können dabei nicht nur Stadt und Bergbausanierer leisten. Auch Bund und Land stehen in der Pflicht. Von Torsten Richter-Zippack

Bürgermeister Roland Pohlenz sagt ganz recht, dass Schuldzuweisungen nichts bringen: „Wir müssen damit leben, bislang über kein funktionierendes finanzielles Instrument zur Entschädigung von Folgen des Altbergbaus vor 1945 zu besitzen.“ Neben dem Bund darf sich auch das Land Brandenburg nicht aus der Verantwortung stehlen. Denn in Sachsen und Sachsen-Anhalt haben die jeweiligen Landesregierungen ähnliche Schadensaugleiche übernommen. Warum sollte dies nicht auch in Brandenburg möglich sein? Schnelles Handeln sind Bund und Land den Lauchhammeranern jetzt schuldig. Die Betroffenen nur zum aktuellen Verkehrswert zu entschädigen, reicht nicht aus und verkennt das Lebenswerk der Menschen. Die Verantwortlichen dürfen sich gern mal beim Bergbaukonzern Leag umschauen, wie Bewohner abzubaggernder Dörfer entschädigt werden. In diese Richtung sollten auch Zahlungen für Altbergbau-Opfer laufen. Und zwar nicht nur für die Betroffenen von morgen, sondern auch von gestern. Stichwort Grubenteichsiedlung Lauchhammer, die bereits 2016 für immer weichen musste.