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| 19:34 Uhr

Übrigens
Noch ein Grund, aus dem man aufhören sollte, Kinder mit rosa und blauen Dingen zu kategorisieren

Noch immer werden die Farben Blau und Rosa oft als Kennzeichnung für Geschlechter benutzt. Dass das vielleicht keine so gute Idee ist, legt eine Geschichte aus den USA nahe. Von Daniel Roßbach

Bei allen Fortschritten, die es vielleicht in unserer Gesellschaft im Verständnis für die Komplexität von Geschlechteridentitäten und der Aufweichung starr zugeteilter Geschlechterrollen gegeben hat: daran, dass viele Menschen davon ausgehen, dass die Farbe Blau zu Jungen und Rosa zu Mädchen gehört, hat sich noch nichts geändert.

Dabei führt dass nicht nur dazu, dass Kinder in Stereotype gedrängt werden. Sondern auch zu allerhand Absurditäten, wie wenn es etwa in einem Krankenhaus für Mädchen rosa Scheren zum Durchtrennen der Nabelschnur gibt, und blaue für Säuglinge die als Jungen gekennzeichnet werden.

Wie so oft liefern die USA nun die Zuspitzung des Themas, und natürlich kommt dabei Schusswaffen und Sprengstoff vor. Ein Paar in Arizona wollte mit einem Video, in dem eine mit einem Schuss ausgelöste Explosion blauen Rauch freisetzt, zeigen, dass ihr gerade geborenes Kind ein Junge ist. Als ob diese Idee nicht schon schlecht genug wäre, lösten sie damit in dem heißen, trockenen Bundesstaat ein Feuer aus, das sich über fast 200 Quadratkilometer ausbreitete und dessen Bekämpfung mehr als 8 Millionen Dollar kostete (bei dem aber keine Menschen zu Schaden kamen). Ein leuchtenderes Beispiel dafür, warum man sich von Geschlechter-Klischees verabschieden sollte, kann ich mir nicht vorstellen.