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| 18:20 Uhr

Übrigens
Einst zwölf Stunden, jetzt zwölf Monate

Torsten Richter-Zippack
Torsten Richter-Zippack FOTO: Steffen Rasche
Was waren das für Zeiten! Alteingesessene Lausitzer werden sich bestimmt noch an die berüchtigten Schleier erinnern. Die sich im eleganten Schwarz oder im vornehmen Grau über Haus, Hof und Garten legten.

Ein Schleier auf dem Kaffeetisch im Freien. Ein Schleier über der Wäsche auf der Leine. Und natürlich ein Schleier über das gerade geputzte Auto. Dafür sorgten die zahlreichen Tagebaue, Brikettfabriken und eine ganze Anzahl weiterer Betriebe. Die meisten dieser Schleiermacher sind längst außer Betrieb. Doch Schleier gibt es noch immer. Genau wie früher auf dem Kaffeetisch, auf der Wäsche und dem Auto. Diesmal allerdings im freundlichen Gelb. Die Explosion der Blüten an Nadelbäumen und Ahornen macht’s möglich. Allerdings: Bereits der nächste Regen reißt die strahlende Pracht ins Gully. Nachschub kommt erst in zwölf Monaten. Früher war der nächste Schleier spätestens nach zwölf Stunden wieder da.