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Zum Strukturwandel in der Lausitz
Das Lausitzer Sprach-Dilemma

Jan Augustin
Jan Augustin FOTO: Sebastian Schubert / LR
Für den Strukturwandel in der Lausitz steht weiteres Geld in Aussicht. „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ heißt das Förderprogramm des Bundes, von dem die Region profitieren könnte.

Es ist 150 Millionen Euro schwer und soll Innovationen in strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands unterstützen. Die Lausitz hat gute Chancen, ein großes Stück vom Kuchen abzubekommen. Vier lokale Initiativen sind noch im Rennen. Wie beim Casting für Deutschland sucht den Superstar müssen sich die Bewerber in mehreren Runden qualifizieren. Die erste ist nun geschafft. Jetzt müssen bis Ende Oktober konkrete Konzepte erstellt werden, die überzeugen. Von den übrig gebliebenen 32 Initiativen, pickt der Bund die aus seiner Sicht zwölf erfolgversprechendsten Projekte aus. Dass sich in der Lausitz zwei ähnlich gelagerte Bündnisse um die Fördermillionen bewerben, ist einerseits ein gutes Zeichen: In der Region gibt es kluge Köpfe mit klugen Ideen und Visionen für die Zukunft. Es zeigt aber auch ein Dilemma: Die Lausitz spricht noch immer nicht mit einer Stimme. Auf dem „Markt“ tummeln sich Institutionen, Netzwerke und Runden mit verschiedenen Zielen und Ansätzen. Kein Mensch sieht mehr durch, wer eigentlich was macht. Was fehlt, ist eine Organisation, die koordinierend die Fäden in der Hand hält und demokratisch – etwa in einem Lausitz-Parlament – Entscheidungen trifft.

⇥Jan Augustin