Die Augen beginnen zu funkeln, wenn Celine Arlt ihren Kindern beim Tanzen zuschaut. Bis zu 15 Mädchen folgen den Choreografien ihrer (Tanz-)Mutter. Dabei hat die Großräschenerin selbst erst das 18. Lebensjahr erreicht. „Ich liebe Tanzen und Sport über alles. Darauf ist auch mein zukünftiges Berufsleben ausgerichtet“, erzählt die Teenagerin, von der behauptet wird, dass sie erst tanzen und dann laufen konnte.

Im jungen Alter von gerade einmal drei Jahren bewegte sich die Großräschenerin schon so professionell im Rhythmus zur Musik, was eine Anmeldung zu den Funken des örtlichen Karnevalsklubs zur Folge hatte. Wie ihr ihre Eltern erzählen, sei sie schon damals als quirliges Wesen durch die Wohnung gesprungen. Bei den Mini-Funken des Vereins konnte der Bewegungshunger zumindest zwischenzeitlich gestillt werden.

Sprung aufs Treppchen gelingt

In Sachen Garde- oder Showtanz sorgen die Tanzformationen des Großräschener Carneval Clubs Rot-Weiß auf Landesebene seit vielen Jahren für Begeisterung. „Bei einer Lausitzmeisterschaft in Ortrand ist mir und meinen Freundinnen sogar schon der Sprung aufs Podest gelungen“, blickt Celine Arlt erinnernd zurück. „Das liegt auch daran, dass unser Verein schon immer leidenschaftliche, motivierende und kreative Tanztrainerinnen besessen hat“, begründet die 18-Jährige, die inzwischen selbst eine Tanzgarde ausbildet: Die Jugend-Garde mit aufgeweckten und willensstarken Mädchen, die bewundernd auf ihre Lehrmeisterin heraufschauen. Im Jahr 2018 mündete die von Celine Arlt ausgetüftelte Choreografie und tänzerisch dargebotene Show im Gewinn der Landesmeisterschaft im klassischen Gardetanz.

Doch wie gelingt es, einen sprichwörtlichen Sack Flöhe auf Kurs zu halten? „Der Spaß steht im Vordergrund. Darüber hinaus wissen Ankömmlinge, dass alle einen Platz in einer Formation finden und keinem die Tür zugeschlagen wird. Je nach Talent wird darüber entschieden, ob sich ein Mitwirken in einer Gardetanzgruppe oder einer Showtanzgruppe empfiehlt“, fasst Celine Arlt zusammen.

Gesundheit steht im beruflichen Fokus

Sie bezeichnet sich als bekennende Großräschenerin, die sich nicht vorstellen kann, ihre Heimatstadt dauerhaft zu verlassen. Umso glücklicher ist die 18-Jährige, dass auch der berufliche Weg nur gelegentlich aus der Seestadt herausführt. Als Studentin einer dualen Ausbildung zur Gesundheitsmanagerin reist sie seit Oktober 2019 nach Leipzig, trifft sich dort mit begleitenden Professoren, legt Zwischenprüfungen ab und nimmt Ordner mit nach Hause, um in diesen zu büffeln. „Vergleichbar ist das duale Studium mit einem Fernstudium und begleitendem Pendeln zwischen Hochschule und einem praxisorientierten Ausbildungsbetrieb“, erklärt Celine Arlt.

In ihrem Fall ist es das Gesundheitsstudio „Alter Bahnhof“ Großräschen, auf das sie große Stücke hält. So würden Schichtpläne nach Möglichkeit so gestaltet, dass Trainingseinheiten mit ihrer Jugendgarde so selten wie möglich ausfallen. „Uns wurde auch schon der Kursraum mit der Spiegelwand zur Verfügung gestellt“, schwärmt Celine Arlt von der familiären Chemie im „Alten Bahnhof“. Nach Karnevalsklub und Elternhaus ist es die dritte, parallele Familie des Alltags. „Meine Eltern Peggy und Rico haben mir jegliche Unterstützung zukommen lassen“, sagt sie und weiß, dass auch der in Dresden wohnende Bruder Kevin megastolz auf seine kleine Schwester ist, ebenso ihr Freund Christian.

Und da ist dann noch die Karnevalsfamilie, mit der sie sich fest verbunden fühlt. Darunter auch die Eltern ihrer Zöglinge, bei denen sie Unterstützung findet, wann immer diese erforderlich ist. Schließlich drehen sich die Funken nicht nur zur fünften Jahreszeit, sondern trainieren das ganze Jahr hindurch – vor Turnieren oft zweimal wöchentlich.

Mit Fahranfängern auf Augenhöhe


Regelmäßig besuchen Celine Arlt und ihr Freund Christian hiesige Fahrschulen, um Fahranfänger über Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr hinzuweisen. Sie ist ehrenamtlich für das Peer-Projekt Tannenhof Berlin-Brandenburg tätig, um mit den meist gleichaltrigen Fahrschülern ins Gespräch zu kommen. Der offene Austausch und bewährte Strategien sorgen dafür, dass Fahranfänger dem Thema Alkohol und Drogen am Steuer vorbereitet begegnen. Dies gilt als wichtige Voraussetzung, damit sie Entscheidungen treffen können, die ihrer eigenen Sicherheit und der aller weiteren Verkehrsteilnehmer dienen.