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| 17:50 Uhr

Brand in Wohnhaus in Drochow
Fünf Familien und Mieter vorübergehend untergebracht

Ein Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Drochower Hauptstraße erforderte einen Großeinsatz der Feuerwehren der Gemeinde Schipkau, aus Großräschen, Senftenberg und Finsterwalde.
Ein Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Drochower Hauptstraße erforderte einen Großeinsatz der Feuerwehren der Gemeinde Schipkau, aus Großräschen, Senftenberg und Finsterwalde. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Drochow/Schipkau. Mehr als 70 Feuerwehrleute haben am Dienstag stundenlang gegen die Flammen in einer Dachwohnung gekämpft. Von Catrin Würz

Ein schlimmer und hochkomplizierter Wohnungsbrand hat am Dienstag in Drochow in der Gemeinde Schipkau mehr als 70 Feuerwehrkameraden stundenlang in Atem gehalten und am Ende fünf Mieter und Familien vorerst um ihr Zuhause beraubt. Bis 18.30 Uhr dauerten die Lösch- und Sicherungsarbeiten an dem Wohnhaus an der Drochower Hauptstraße an. Das Gebäude ist jetzt unbewohnbar. Die Einsatzkräfte trugen mit Hilfe eines Baggers das einsturzgefährdete Dach ab. Die kriminaltechnischen Untersuchungen sollen in den kommenden Tagen für Klarheit zur Brandursache sorgen.

Was war passiert? Gegen 7 Uhr am Morgen ist in einer Dachgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses ein Feuer bemerkt worden. Ein siebenjähriger Junge auf dem Weg zur Bushaltestelle, dessen Mama eine Feuerwehrfrau aus Drochow ist, habe den Brand als einer der ersten bemerkt und sofort Alarm geschlagen, berichtet Einsatzleiter Michael Kiepe, Schipkauer Gemeindewehrleiter. Als die alarmierten Retter vor Ort ankamen, war die Situation zunächst völlig unklar. Niemand wusste, ob jene junge Frau, die in der vom Feuer betroffenen Wohnung unter dem Dach lebte, noch im Haus war oder nicht. Denn ihr Auto stand vor dem Gebäude. „Wir mussten zunächst von einer Vermissten ausgehen“, schildert Michael Kiepe den dramatischen Start in die Rettungsarbeiten. Die Erleichterung war groß, als dann die Entwarnung kam: Die Wohnungsinhaberin konnte per Telefon erreicht werden; sie hatte die Wohnung schon vor Längerem verlassen. Um eine junge dreiköpfige Familie in der Nachbarwohnung, die dem Rauch ausgesetzt war, kümmern sich die Rettungssanitäter.

Das Löschen des Brandes wurde dann für die Feuerwehrkameraden, die außer aus Schipkau auch aus Senftenberg, Großräschen und aus Finsterwalde zu Hilfe gerufen wurden, zur Schwerstarbeit. Das mehrschalige Flachdach aus Holz brannte unter der Dachpappe in voller Ausdehnung und entwickelte eine solch große Hitze, „dass ein Löschen im Inneren des Hauses komplett unmöglich wurde. Wir konnten nur von außen eingreifen“, so der Einsatzleiter. Für diesen Zweck wurden drei Hubsteiger der Wehren aus Senftenberg, Großräschen und Finsterwalde angefordert. Weil hartnäckige Glutnester in der hölzernen Dachkonstruktion immer wieder aufflammten, kommt am Nachmittag zudem Löschschaum zum Einsatz. Da ist die Einsturzgefahr am Dach noch akut. Deshalb fordert die Gemeinde vom Abfallentsorgungsverband schwere Technik an, um Teile der noch immer schwelenden Dachkonstruktion entfernen zu können.

„Eine schlimme Geschichte für alle Betroffenen“, sagt Schipkaus Bürgermeister Klaus Prietzel. Das Unglück in Drochow ist in diesem Jahr bereits der dritte Wohnungsbrand in der Gemeinde. Auch in den Ortsteilen Meuro und Schipkau hatte es 2018 schon Wohnungsbrände gegeben. Für die in Drochow betroffenen fünf Familien und Mieter, die durch den Brand wohnungslos geworden sind, hat die Gemeindeverwaltung am Nachmittag für alle ein vorübergehend neues Dach über dem Kopf gefunden, bestätigt Bürgermeister Prietzel.

Zur Brandursache gab es am Dienstag noch keine Aussage. Laut dem Bürgermeister ist der Mittelteil des Wohnhauses komplett unbewohnbar. Jetzt soll durch verschiedene Sicherungsmaßnahmen versucht werden, wenigstens die beiden vom Feuer und Löschwasser verschonten Wohnungen im linken Außenflügel des Hauses wieder nutzbar zu machen.

Dicke Qualmwolken und eine enorme Hitzeentwicklung unter dem brennenden Holzdach erschwerten die Löscharbeiten.
Dicke Qualmwolken und eine enorme Hitzeentwicklung unter dem brennenden Holzdach erschwerten die Löscharbeiten. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE