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Brücken
Mehrere Brücken sollen abgerissen werden

Die Elsterbrücke in der Steigerstraße bleibt noch bis Ostern gesperrt. Foto: T. Richter-Zippack
Die Elsterbrücke in der Steigerstraße bleibt noch bis Ostern gesperrt. Foto: T. Richter-Zippack FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Von top in Ordnung bis abbruchreif reicht die Bandbreite kommunaler Brücken in der Region Senftenberg. Mehrere Überführungen warten auf ihren Abriss. Von Torsten Richter-Zippack

Wenn alles klappt wie geplant, soll zum Saisonstart 2019 eine neue Brücke in der Senftenberger Steigerstraße die Schwarze Elster überspannen. Bereits im Herbst 2018 könnten die Bauleute anrücken. Denn die Stadt plant einen Neubau der bisherigen, komplett maroden Überführung. Derzeit, so sagt Stadtsprecher Andreas Groebe, laufe das Vergabeverfahren. Die Brücke gilt als Sorgenkind der Stadtväter. Noch bis Ende März ist die kurze Verbindung vom Neubaugebiet zum Senftenberger See gesperrt. Eine Bauwerksprüfung, so informiert Stadtsprecher Andreas Groebe, habe einen ungenügenden technischen Zustand ergeben. Die Verkehrssicherheit könne für Radfahrer und Fußgänger nicht mehr gewährleistet werden. Oder krasser ausgedrückt: Bei Frost sei ein Materialversagen nicht auszuschließen. Bereits im Winter 2016/2017 war die Elsterquerung gesperrt.

Insgesamt ist die Stadt Senftenberg für zehn Straßen-, sieben Radweg- und sechs Fußgängerbrücken zuständig. Seit dem Jahr 2004 wurden für sechs Überführungen neue Bauwerke errichtet, an weiteren elf Brücken gab es Sanierungsarbeiten. „Aus diesem Grund weisen diese 17 Bauwerke einen guten bis sehr guten Zustand auf“, sagt Groebe. Zwei Konstruktionen müssen allerdings aufgegeben werden. Konkret handele es sich um Brücken im Zuge des Ausbaus der Rainitza. Zum einen sei die Elsterüberfahrt vom Parkplatz der LMBV zur Wehranlage Buchwalde betroffen. Zum anderen erfolge der Abriss der Kunststoffbrücke des Radweges von Senftenberg nach Sedlitz. Dort werde der Radweg neu trassiert.

Darüber hinaus laufen derzeit für die beiden Hosenaer Kommunalbrücken die Bauhauptprüfungen. Bezüglich der Elsterquerung am Buchwalder Wasserwerk bestehe mittelfristig Handlungsbedarf. Das Bauwerk müsse erhalten werden, da es die einzige Erschließung der dortigen Garten- und Wohnanlagen darstellt. Von einem Sanierungsrückstand will die Stadt Senftenberg nicht direkt sprechen. Eine externe Firma kümmere sich um die Reinigung und Instandhaltung der Überführungen. Dafür wende die Kommune jährlich rund 30 000 Euro auf.

In Großräschen befinden sich lediglich zwei Brücken in kommunaler Hand. Die Überführung über den Luggraben zwischen den Ortsteilen Barzig und Saalhausen wurde nach Angaben von Sprecherin Kati Kiesel erst im Februar geprüft. Das Ergebnis sei gut. Darüber hinaus müsse sich die Kommune auch um die Seebrücke an den IBA-Terrassen kümmern. Dort stehe die Prüfung noch bevor. „Die Seebrücke befindet sich in einem sehr guten Zustand“, kommentiert Kiesel.

Das Rathaus der Gemeinde Schipkau trage die Verantwortung für neun Überführungen. Diese befinden sich laut Sprecher Martin Konzag weitgehend in einem intakten, gebrauchsfähigen Zustand. Probleme bereiten allerdings die hölzernen Radwegbrücken, die Ende der 1990er-Jahre errichtet worden waren. „Diese haben offenbar ihre maximale maximale Lebensdauer erreicht“, sagt Konzag. An zwei der Konstruktionen bei Meuro und bei Schipkau müssten marode Teile erneuert werden. Die Gemeinde rechnet mit Kosten von bis zu 10 000 Euro.

Die Schwarzheider nennen sechs Brücken ihr Eigen, davon fünf im Stadtteil Ost und eine in West. Bei zwei der Überführungen werde ein Abriss in Betracht gezogen, informiert Bürgermeister Christoph Schmidt. Dabei handele es sich um Querungen der Pößnitz, um die auf der anderen Uferseite gelegenen Wiesen erreichen zu können. Beide Brücken sind bereits gesperrt. Ebenfalls Schäden weise die Holzbrücke über die Pößnitz nahe der Bahntrasse auf. Dort müssen Holzbohlen ausgetauscht und die Geländer instandgesetzt werden.

Im Amt Ruhland befinden sich 16 Straßen- und eine Fußgängerbrücke in kommunaler Hand. In den vergangenen 20 Jahren wurden sieben Straßenbrücken erneuert, sagt Margit Kerstan von der Amtsverwaltung. Weitere fünf Bauwerke befänden sich in einem guten Zustand. Drei Überführungen bedürften allerdings einer dringenden Erneuerung. Insgesamt, so schätzt Kerstan an, werden die Kosten für Erneuerungen und Reparaturarbeiten auf eine Dreiviertelmillion Euro geschätzt.

Aus dem Amt Ortrand und der Stadt Lauchhammer liegen bezüglich der kommunalen Brücken trotz Nachfragen keine Angaben vor.