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| 17:35 Uhr

Mehrgenerationenhaus Lauchhammer
Mehr Mobilität als Geburtstagsgeschenk

Landrat Siegurd Heinze (hinten links)) hatte als Geburtstagsgeschenk einen Ford Tourneo Connect im Gepäck, der aus Bundesmittel finanziert wurde. Roland Pohlenz, Bürgermeister der Stadt Lauchhammer, sorgt mit einem jährlichen Betrag für die Mobilität des Sozial-Mobils. Für Manuela Krengel (vor links) und Carola Werner ging damit wieder ein erfolgreiches Projekt an den Start.
Landrat Siegurd Heinze (hinten links)) hatte als Geburtstagsgeschenk einen Ford Tourneo Connect im Gepäck, der aus Bundesmittel finanziert wurde. Roland Pohlenz, Bürgermeister der Stadt Lauchhammer, sorgt mit einem jährlichen Betrag für die Mobilität des Sozial-Mobils. Für Manuela Krengel (vor links) und Carola Werner ging damit wieder ein erfolgreiches Projekt an den Start. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Lauchhammer. Das Sozial-Mobil sorgt für Bewegung im ländlichen Raum. Ehrenamtliche Fahrer werden dringend gesucht und können sich bewerben.

Von Peter Aswendt


Festlich geschmückt präsentiert sich am Donnerstag das Vereinshaus „Domiziel“ in Lauchhammer. Überall flattern Wimpelketten im Wind. Luftballons sorgen für Farbtupfer. Im Innenhof duftet es lecker nach Grillwurst und exotischen Gewürzen. Dass etwas Außergewöhnliches in dem auch als Mehrgenerationenhaus (MGH) bekannten Gebäude Gartenstraße 24 vorgeht, lassen auch viele parkende Autos vermuten.

Grund für all diese Besonderheiten ist der Doppelgeburtstag vom Mehrgenerationenhaus und Regionaler Kontaktstelle für Selbsthilfe (Rekos), der an diesem Tag gefeiert wird. Zehn Jahre gibt es das MGH, die Selbsthilfegruppe Rekosi kann auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken.

In der Aula des Hauses findet eine ausgiebige Geburtstagsfeier mit Rückblicken und Ausblicken statt: „Es wurden bis heute mehr als 100 Selbsthilfegruppen mit unterschiedlichen Themen ins Leben gerufen“, beschreibt Manuela Krengel, Leiterin der Kontaktstelle ihre Arbeit.

Unter den Gratulanten befindet sich Landrat Siegurd Heinze (parteilos): „Hier wird wichtige und wertvolle Arbeit geleistet“, bestätigt er das Wirken der Begegnungsstätte. „Wir bleiben an der Seite des MGH und der Kontaktstelle“, besiegelt er die weitere Partnerschaft. Roland Pohlenz, Bürgermeister der Stadt Lauchhammer, wird in seiner Gratulation konkret: „Wir unterstützen das Projekt in der Gartenstraße jährlich mit 10 000 Euro. Wir sind gerade dabei, dies für die nächsten zwei Jahre im Haushalt zu verankern.“

Natürlich gehören zu einem Geburtstag Geschenke. Ein sehr großes, mit einer Schleife verziert, steht im Hof. Das Schmuckband ziert einen Ford Tourneo Connect mit der bunten Aufschrift Sozial-Mobil. Mitgebracht hat das Auto der Landrat: „Wir haben uns gemeinsam mit dem Landkreis Spree-Neiße für das Pilotprojekt ,Langfristige Sicherung der Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen’ beim Bund beworben“, erklärt Heinze den Werdegang. Als der Zuschlag erteilt wurde, konnten sich Vereine oder Einrichtungen mit Projekten vorstellen. Im Fall MGH spitzte Carola Werner den Bleistift und entwickelte ein Projekt für ein Sozial-Mobil, das immer einspringt, wenn der Personennahverkehr nicht verfügbar ist. Dies überzeugte die Verantwortlichen beim Landkreis. So wurden 25 000 Euro aus den Bundesmitteln zur Verfügung gestellt und der Siebensitzer mit Kindersitz und Anhängerkupplung gekauft. „Das Auto ist ideal für alle Altersgruppen“, bestätigt Thomas Graumann vom Autohaus Grabowski die richtige Wahl des Typs. „Durch die mitgelieferten Kindersitze und den niedrigen Einstieg ist es variabel einsetzbar“, erklärt der Verkäufer. Ein Auto muss natürlich auch versichert sein und Kraftstoff sollte auch immer genug im Tank sein. Hier springt wieder die Stadt Lauchhammer ein: „Solange das Auto rollt, geben wir im Jahr 1300 Euro dazu“, bestätigt Roland Pohlenz unter großem Beifall das Engagement.

Das Sozial-Mobil soll im ganzen Kreis unterwegs sein. Dazu braucht es verantwortungsvolle und zuverlässige Fahrer. „Wir suchen Kraftfahrer, die ehrenamtlich das Sozial-Mobil fahren“, verkünden Carola Werner und Manuela Krengel, „gerne auch Rentner oder ehemalige Berufskraftfahrer“, ergänzen sie. Wem zu Hause die Decke auf den Kopf fällt und wer Menschen mobil machen möchte, der kann sich im Mehrgenerationenhaus vorstellen.

(asw)