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| 12:27 Uhr

Pflegeeltern
Mehr Geld für Pflegeeltern im OSL-Kreis

Senftenberg. Jugendhilfeausschuss stimmt Donnerstag einer neu gefassten Richtlinie nach dem Sozialgesetzbuch zu.

Pflegeeltern im OSL-Kreis erhalten rückwirkend zum 1. Januar 2018 mehr Geld. Durchschnittlich 67 Euro mehr im Monat zahlt das Jugendamt des Landkreises Vollzeitpflege-Familien für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit. Auch die Vergütungssätze im Bereich der Bereitschaftspflege steigen. Parallel erhöhen sich die gewährten Beihilfen für Nebenleistungen im Bereich der Vollzeitpflege und der stationären Unterbringung. Geregelt werden diese Festlegungen in der neu gefassten Richtlinie über die Gewährung von wirtschaftlichen Leistungen zum Unterhalt junger Menschen nach dem Sozialgesetzbuch VIII für den Landkreis OSL der Kreisverwaltung. Der Jugendhilfeausschuss hat dem am Donnerstag in Senftenberg zugestimmt, informiert Kreissprecherin Sarah Werner.

Die Höhe des Pflegegeldes im Landkreis orientiert sich ab sofort an den bundesweit anerkannten geltenden Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge. Sie wird regelmäßig an diese angepasst. Konkret steigen die gewährten Leistungen im Bereich der Vollzeitpflege von 693 auf 762 Euro für Kinder bis fünf Jahre und von 767 auf 832 Euro für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahre. Für Kinder ab zwölf Jahren erhielten Pflegefamilien bislang maximal bis zu 848 Euro pro Monat. Mit der aktualisierten Richtlinie werden nunmehr bis zu 916 Euro monatlich gezahlt. Hinzu kommen das anteilige Kindergeld sowie verschiedene - mit der neuen Richtlinie ebenfalls gestiegene - Beihilfen für Nebenleistungen.

Das Pflegegeld sichert die Kosten für den Unterhalt des Kindes in der Pflegefamilie. Dies umfasst sowohl Ausgaben für den Sachaufwand als auch für die Pflege und Erziehung. Zusätzliche Leistungen können die Familien nach wie vor unter anderem für die Erstausstattung der Pflegestelle, für Schul- und Ferienfahrten, Lernmittel, die Anschaffung eines Fahrrades, den Erwerb eines Führerscheins oder für besondere Anlässe wie beispielsweise Einschulung oder Jugendweihe/Konfirmation erhalten. Auch Elternbeiträge für den Besuch einer Kindertagesstätte oder Kindertagespflege gelten als Nebenleistungen, so die Pressesprecherin.

Zusätzlich zur Vollzeitpflege und den Nebenleistungen erhöht sich auch die gewährte Aufwandsentschädigung für die Bereitschaftspflege. Für die Versorgung und Betreuung eines in Obhut genommenen Kindes zahlt der Landkreis ab sofort 62,40 Euro pro Kind und pro Tag und damit beinahe doppelt so viel wie bislang. Hinzu kommen eine Pauschale für Sachaufwendungen und für materiellen Mehraufwand. Bei Nichtbelegung wird ein Freihaltegeld in Höhe von 240 Euro pro Monat gewährt. Dieses betrug bislang 220 Euro.

Mit der neuen Richtlinie reagiert der Landkreis auf aktuelle rechtliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen. Zuletzt wurden die bisher geltenden Beträge vor sechs Jahren angepasst, erklärt Kreissprecherin Sarah Werner.

„Die Erhöhung des Pflegegeldes soll auch eine zusätzliche Würdigung der Arbeit der Pflegeeltern und eine Stärkung des Pflegekinderwesens darstellen. Dank der neuen Ausrichtung an den Vorgaben des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge wird das Pflegegeld nun regelmäßig automatisch an entsprechende Preisentwicklungen angepasst. Dies geschieht zum Vorteil der beteiligten Familien und letztendlich der Kinder“, sagt Jugendamtsleiterin Manina Miltz-Kulowatz.