Das Gebäude des SeeCampus Niederlausitz in Schwarzheide ist hochwertig gebaut und als Energiesparhaus mit modernster Technik und intelligenter Steuerung ausgerüstet. Das versichern Hausherr Siegurd Heinze (parteilos), der Landrat des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, und der Projektleiter des Prestigeobjektes, Mirko Förster, gleichermaßen. Die Mängel, die heftige "und teilweise auch berechtigte Kritik" am Raumklima hervorgerufen hatten, wie Heinze sagt, haben Eigentümer und Betreiber der Passivhausschule in den vergangenen Ferienwochen bestmöglich abgestellt. Schüler und Lehrer hatten nach längerem Aufenthalt im Schulhaus über Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und permanente Müdigkeit geklagt.

Auf die hohen Außentemperaturen im ersten Sommerbetrieb des SeeCampus ist mit der eingestellten Nachtauskühlung des Gebäudes nicht schnell genug reagiert worden. Das räumt Mirko Förster ein. Die Stahlbeton- und 30 Zentimeter dick gedämmten Wände des SeeCampus hätten an heißen Tagen sehr viel Wärme gespeichert und diese in den warmen Nächten kaum wieder abgeben können. Zudem hat ein Schaden an der zentralen Lüftung dafür gesorgt, dass die am Schultag in das Gebäude geleitete Frischluft ungekühlt mit Temperaturen bis zu 30 Grad Celsius in die Klassenräume geblasen wurde. Haustechnikplaner Dirk Gatkowsky erklärt, dass die verwendete Anlage grundsätzlich von hoher Qualität und ihm ein solcher Schaden während seiner nunmehr 30-jährigen Tätigkeit in der Branche zuvor noch nicht begegnet sei. Die Technik funktioniert wieder.

Die Lüftungsanlage wird jetzt großzügiger gefahren. Frischluft wird nunmehr in Abhängigkeit von der automatisch gemessenen Kohlendioxidkonzentration deutlich früher als vor erreichten kritischen Werten in die Klassenräume geleitet. Somit werden diese verstärkt gelüftet, erklärt Mirko Förster. "Wir gehen davon aus, dass die getroffenen Festlegungen greifen und ab Montag der Schulbetrieb auch bei entsprechender Behaglichkeit möglich ist", sagt er. Eine Testklasse, die während der Ferien über mehrere Wochen Klassenräume nutzte, habe sich wohl gefühlt.

Zudem ist festgelegt worden: Unter Federführung des Haustechnik-Fachplaners werden die Anlagen des SeeCampus Niederlausitz jetzt ein Jahr lang ständig weiter optimiert.

Zum Thema:

Der SeeCampus Niederlausitz ist angesichts des fortschreitenden Klimawandels und der bereits und weiter steigenden Energiekosten vom Landkreis Oberspreewald-Lausitz bewusst als Passivschulhaus gebaut worden. Das Gebäude lässt schon aus dieser Tatsache heraus keine optimal klimatisierten und damit im Sommer rundum angenehm temperierten Räume erwarten. Sehr wohl muss aber ein behagliches Raumklima erreicht werden.